Kunstexperten wegen Handels mit IS-Diebesgut in Spanien festgenommen
Madrid (APA/AFP) - Die spanische Polizei hat zwei Kunstexperten festgenommen, die mit gestohlenen Antiquitäten aus libyschen Ausgrabungsstät...
Madrid (APA/AFP) - Die spanische Polizei hat zwei Kunstexperten festgenommen, die mit gestohlenen Antiquitäten aus libyschen Ausgrabungsstätten gehandelt haben sollen. Wie das Innenministerium in Madrid am Mittwoch mitteilte, sollen die beiden Spanier ein Netzwerk angeführt haben, welches das Diebesgut von Dschihadistengruppen kaufte, um es in Spanien zu verkaufen.
Gruppen, die mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verbündet sind, hätten die Objekte zuvor aus berühmten archäologischen Stätten gestohlen. Die beiden 31 Jahre alten Verdächtigen wurden den Angaben zufolge in Barcelona festgenommen, wo sie die antiken Objekte an Galerien verkaufen wollten.
Ein von Ministerium veröffentlichtes Video zeigte einige der von der Polizei beschlagnahmten Objekte, darunter Mosaike und Sarkophage. Den Festgenommenen wird „Finanzierung des Terrorismus, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Hehlerei, Schmuggel und Verwendung von Fälschungen“ vorgeworfen.
Die Ermittler hatten mit Hilfe libyscher Behörden die Echtheit der Objekte überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass sie aus Apollonia und Kyrene stammten, zwei zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende antike Stätten. Nach der Plünderung durch Dschihadistengruppen hatte die Weltkulturorganisation UNESCO 2016 insgesamt fünf Stätten in Libyen für „gefährdet“ erklärt, darunter die einstige griechische Stadt Kyrene, die oft auch als das „Athen Afrikas“ bezeichnet wird.