Sonderbeauftragter für Zeit nach Ende des Akw Fessenheim ernannt
Fessenheim (APA/dpa) - Angesichts der bevorstehenden Schließung des umstrittenen Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim soll ein neuer So...
Fessenheim (APA/dpa) - Angesichts der bevorstehenden Schließung des umstrittenen Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim soll ein neuer Sonderbeauftragter Pläne für die Zukunft der Region schmieden. David Coste, bisher Beamter in der Kontrollbehörde der französischen Verwaltung, wurde am Mittwoch für den neuen Posten ernannt, wie der Ministerrat in Paris mitteilte.
Coste soll den Job am 9. April antreten und künftig mit verschiedenen Ministerien zusammenarbeiten. Das Atomkraftwerk Fessenheim in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze gilt Kritikern seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko. Es soll nach derzeitigen Plänen der französischen Regierung und des staatlichen Betreibers EDF Ende 2018 oder Anfang 2019 vom Netz gehen.
Am Beispiel von Fessenheim solle für die Zukunft ein fester Rahmen für die Schließung von Atomkraftwerken erarbeitet werden, sagte Frankreichs Umweltminister Nicolas Hulot am Mittwoch einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP zufolge. Auch will Hulot demnach feste Standards einführen, nach denen künftig entschieden wird, welche Kraftwerke als nächstes vom Netz gehen sollen.
Gegen das Ende des Kraftwerks in Fessenheim gibt es unterdessen in der ländlich geprägten Region Proteste. Nach Angaben des Fessenheimer Bürgermeisters werden mit der Schließung mehr als 2.000 Arbeitsplätze verloren gehen.
Angesichts dieser Sorgen hatte der Umwelt-Staatssekretär Sébastien Lecornu bereits im Jänner ein eigenes Komitee ins Leben gerufen. Darin beraten Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik über die Zukunft Fessenheims ohne das Kraftwerk. Im Gespräch ist ein deutsch-französischer Industriepark. Der Rückbau des Kraftwerks wird nach Angaben von dessen Leiter rund 20 Jahre dauern.