Kufsteins Kriminalstatisik: Weniger Einbrecher, mehr Vandalen
Die Kriminalstatistik für den Bezirk Kufstein: 59 Prozent aller Delikte wurden 2017 geklärt. Das Bezirkspolizeikommando begrüßt einen privaten Sicherheitsdienst als Unterstützung in der Festungsstadt.
Von Wolfgang Otter
Kufstein –Die Polizistinnen und Polizisten im Bezirk Kufstein haben auch 2017 gute Arbeit geleistet, das bescheinigt ihnen die alljährlich veröffentlichte Kriminalstatistik, die gestern von Bezirkspolizeikommandant Walter Meingassner und Kriminalreferent Walter Gaschnig gemeinsam mit Thomas Föger von der Bezirkshauptmannschaft präsentiert wurde. So kann Gaschnig auf eine Aufklärungsquote von 59 Prozent (Tirolschnitt 55,6 Prozent) verweisen. Damit ist die Aufklärungsquote gegenüber 2016 nur minimal gesunken (minus 0,2 Prozent). Nach Jahren der rückläufigen Zahl an Anzeigen stiegen diese 2017 erstmals wieder um 1,8 Prozent auf 4731 Fälle gegenüber 2016 (4648) an.
Erhoben wurden auch die Herkunftsländer der Tatverdächtigen, die Gaschnig vorlegte. Hier gibt es zwar nur eine tirolweite Erhebung, „aber die kann man auf den Bezirk Kufstein umlegen“, sagte Gaschnig. So zeigt sich, dass tirolweit rund 44 Prozent (11.000) Ausländer strafverdächtig sind. Den größten Anteil stellen dabei Touristen, Asylwerber machen tirolweit 1711 aus. Was die Herkunftsländer anbelangt, kommt das Gros aus Deutschland, gefolgt von der Türkei.
Die Kriminalstatistik für 2017
Entwicklung der Deliktgruppen (in Klammer Vergleichzahlen 2016): strafbare Handlungen gegen Leib und Leben: 1056 Anzeigen, aufgeklärt 85 % (988, 87,8 %); strafbare Handlungen gegen die Freiheit: 267, aufgeklärt 95 % (315, 93 %); strafbare Handlungen gegen fremdes Vermögen (Diebstähle): 2528, aufgeklärt 36 % (2447, 35 %); strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität, Selbstbestimmung: 41 aufgeklärt 82 % (59, 74 %); strafbare Handlungen gegen die Sicherheit des Verkehrs mit Geld, Wertpapiers und Wertzeichen: 89, aufgeklärt 6 %; (90, 6 %); sonstige strafbare Handlung nach StGB: 257, aufgeklärt 77 % (281, 85 %); strafrechtliche Nebengesetze (u. a. Suchtgift): 493, aufgeklärt 96 % (468, 94 %).
Gewalt in der Privatsphäre: 2017 gab es 91 Betretungsverbote wegen häuslicher Gewalt, 2016 waren es 82, 2015 103 und 2014 91.
Illegale Einreisen: 1843 Zurückweisungen, 23 Rückübernahmen, 244 AGM-Aufgriffe, zusätzlich 94 auf Güterzügen.
Eine auffallende Entwicklung gab es bei den Einbruchsdiebstählen, „da hatten wir immer Steigerungen gehabt, daher haben wir uns auch präventiv etwas überlegt. 2017 gab es nun einen Rückgang von 25 Prozent.“ Allerdings ist die Zahl der Einbrüche in Keller gestiegen. Rückläufig war auch um 42 Prozent die Zahl der Sexualdelikte. Sorgen bereiten zunehmend die Sachbeschädigungen: „Hier haben wir eine Steigerung von 30 Prozent auf 459“, berichtete Gaschnig. Besonders Vandalenakte am öffentlichen Gut sind sprunghaft angestiegen. Ebenso gravierend zugenommen haben die Cyber-Crime-Delikte (+ 27 Prozent).
Das große Thema 2018 ist die Sicherheit im öffentlichen Raum, die Prävention gegen Sachbeschädigungen, aber auch sexuelle Übergriffe und Gewalt. Gerade die brutalen Überfälle der jüngsten Zeit in Kufstein, fünf Verdächtige sind verhaftet, haben die Polizei beschäftigt. Derartige Brutalität sei aber im Bezirk unüblich, wie die Kriminalisten erklären. Ausdrücklich befürwortet wird von Gaschnig und Meingassner, dass die Stadtgemeinde zusätzliche Sicherheitsdienste auf die Straße schicken will. „Mehr Augen sind immer gut“, sagt Meingassner. „Uns ist lieber, wenn wir ein Delikt gar nicht erst aufklären müssen“, fügt er an. Er verweist aber darauf, dass die Beamten ohnedies viel auf der Straße unterwegs sind, in Zivil wie in Uniform.
Kufstein stellt auch eine AGM-Gruppe (Ausgleichmaßnahme). Diese war u. a. mit 1866 Personen aus Rückweisungen (durch die Grenzkontrollen) und Rückübernahmen aus Bayern beschäftigt. Die AGM-Gruppe griff 338 Personen auf, 94 davon hatten sich auf Güterzügen versteckt und wollten illegal über die Grenze.