US-Terminbörse CME will sich britischen Broker NEX einverleiben
Düsseldorf (APA/Reuters) - Die US-Optionsbörse CME Group will den britischen Broker NEX Group für umgerechnet rund 4,4 Mrd. Euro schlucken u...
Düsseldorf (APA/Reuters) - Die US-Optionsbörse CME Group will den britischen Broker NEX Group für umgerechnet rund 4,4 Mrd. Euro schlucken und damit ein transatlantisches Bündnis schmieden. Die beiden Unternehmen hätten sich auf eine Übernahme geeinigt, teilte die weltgrößte Terminbörse CME heute, Donnerstag, mit.
Der Kauf werde die Präsenz von CME in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie im asiatisch-pazifischen Raum erweitern. „Zu einer Zeit, in der Marktteilnehmer nach Wegen suchen, um die Handelskosten und Risiken zu reduzieren, ermöglicht uns die Übernahme, für unsere Kunden weltweit signifikante Wertschöpfung und Effizienz zu schaffen“, erklärte CME-Chef Terry Duffy. Die Akquisition werde bis 2021 zu Kosteneinsparungen von 200 Mio. US-Dollar führen. Nach dem Zusammenschluss solle es Firmensitze in Chicago und London geben.
NEX-Gründer Michael Spencer, der nach dem Deal in das Leitungsgremium des Unternehmens einziehen soll, erklärte: „Die Entscheidung von CME, London als europäischen Hauptsitz zu wählen, ist auch ein Signal für die enorme Unterstützung des britischen Finanzdienstleistungssektors.“ Das NEX-Management werde den Aktionären empfehlen, das Angebot anzunehmen.
NEX ist vor allem im Devisen- und Anleihebereich als vermittelnder Broker und Abwickler tätig. Die Aktionäre sollen 500 britische Pence und 0,0444 neue CME-Papiere je Aktie erhalten. Insgesamt entspreche die Offerte für die unter dem Namen ICAP gegründete Firma einem Aufschlag von 2,9 Prozent auf den Schlusskurs von Mittwoch von 972 Pence. Die NEX-Aktie hatte im vergangenen Jahr 30 Prozent an Wert zugelegt. Am Donnerstag notierte sie allerdings mit 968 Pence leicht im Minus. „Das ist ein guter Preis“, kommentierte Liberium-Analyst Justin Bates. Doch die Bar-Komponente könnte einige Investoren enttäuschen. Nach britischem Recht muss die CME Group nun bis zum 12. April entscheiden, ob sie eine bindende Offerte abgibt.
Versuche großer Börsenfusionen, wie zum Beispiel zwischen der London Stock Exchange (LSE) und der Deutschen Börse, waren durch die Kartellbehörden ausgebremst worden. Die Genehmigung der NEX-Übernahme durch CME könnte dagegen den Wettbewerbshütern leichter fallen.