Puigdemonts spanischer Anwalt vertraut auf Ablehnung der Auslieferung

Barcelona/Madrid/Berlin (APA/dpa) - Der spanische Anwalt des katalanischen Ex-Regionalpräsidenten Carles Puigdemont ist hoffnungsvoll, dass ...

Barcelona/Madrid/Berlin (APA/dpa) - Der spanische Anwalt des katalanischen Ex-Regionalpräsidenten Carles Puigdemont ist hoffnungsvoll, dass die Auslieferung seines Mandanten von Deutschland nach Spanien am Ende abgelehnt wird. Es gebe „handfeste Elemente“, die auf eine solche Entscheidung schließen ließen, sagte Jaume Alonso-Cuevillas am Donnerstag dem katalanischen Radiosender RAC1. Gleichzeitig rief er aber zur Vorsicht auf.

Die deutsche Justiz habe ihn um Entschuldigung dafür gebeten, dass „der Fall nicht schneller gelöst werden kann, weil Ostern dazwischen liegt“, so der Anwalt. Puigdemont war am Sonntag auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls in Schleswig-Holstein festgenommen worden, als er auf dem Rückweg von Finnland in sein belgisches Exil war. Seither sitzt er in Neumünster in Gewahrsam. In Spanien wird ihm unter anderem Rebellion vorgeworfen. Die deutschen Behörden prüfen derzeit, ob er ausgeliefert wird oder nicht.

Nach Angaben von Alonso-Cuevillas soll es „viele Unregelmäßigkeiten“ rund um die Festnahme des separatistischen Politikers gegeben haben. Die Inhaftierung könnte somit letztlich als „illegal“ betrachtet werden. Der Jurist nannte in diesem Zusammenhang vor allem die Aktionen des spanischen Geheimdienstes, der Berichten zufolge gezielt gewartet haben soll, bis Puigdemont aus Dänemark aus- und nach Deutschland eingereist war, um der Polizei dann einen Hinweis zu geben.

Die Bürger in Deutschland lehnen eine Auslieferung des ehemaligen katalanischen Regionalpräsidenten einer Umfrage zufolge mehrheitlich ab. 51 Prozent sprachen sich in einer Civey-Erhebung im Auftrag der „Welt“ dagegen aus, den Separatistenführer an Spanien zu übergeben. 35 Prozent befürworteten eine Auslieferung, 14 Prozent waren in dieser Frage unentschieden. Am größten war die Ablehnung bei Anhängern der Linken (71 Prozent) und der AfD (66 Prozent).