Bezirk Imst

Opposition schießt weiter gegen geplante Jagdhütte

© Paschinger

Das geplante Gebäude im Imster Jagdgebiet der Oberstädter Melkalpe sorgt weiter für Diskussionen. Der Bezirksjägermeister verteidigt es.

Von Alexander Paschinger

Imst –Die Opposition im Imster Gemeinderat lässt in der Causa der geplanten neuen Jagdhütte im Gebiet der Oberstädter Melkalpe nicht locker: „Wir werden alles ausschöpfen, was rechtlich geht, damit diese Hütte nicht gebaut wird“, sagt Stadträtin Andrea Jäger gemeinsam mit StR Friedl Fillafer sowie den beiden Gemeinderäten Helmuth Gstrein und Helmut Knabl. Ihrer Meinung nach bestehe aufgrund von Alternativen wie einem bestehenden Jagdcontainer und der Obermarkter Melkalpe keine jagdliche Notwendigkeit für diese Hütte. Wie berichtet, hatte der Imster Gemeinderat am Dienstag mehrheitlich die Einleitung des Widmungsverfahrens beschlossen.

Am Donnerstag legten die vier Mandatare noch einmal ihre Sicht der Dinge dar. So kritisieren sie besonders, dass dem jagdlichen Gutachter das Vorhandensein eines Jagdcontainers von der Stadt nicht zur Kenntnis gebracht worden sei. „Ich habe die Grundlagen verarbeitet, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Es gibt keine ausgewiesene Sonderfläche – und laut Richtlinie ist eine Jagdhütte begründbar“, sagt Gutachter Pascal Schedl von der Jagdabteilung des Landes gegenüber der TT. BM Stefan Weirather erklärt zur Nicht-Meldung des Containers: „Ich wusste nicht einmal, dass dort ein Bett drin ist.“ Er sei davon ausgegangen, dass das bloß eine Lagermöglichkeit sei. Selbst Bezirksjägermeister Norbert Krabacher meint zu dieser Alternative: Der Container sei nur eine Notlösung auf gut 2000 Metern Höhe und ab Oktober nicht mehr nutzbar. „Ich hätte das Gutachten ganz gleich geschrieben“, verteidigt ­Krabacher die Expertise.

Für die Opposition ist das nicht nachvollziehbar. Der Vorpächter kam aus Südtirol und sei 35 Jahre lang mit dieser Struktur ausgekommen.

Ein weiterer Aspekt für die Opposition ist die Frage nach der Erreichbarkeit im Allgemeinen. Denn dass die Zufahrt nur über ein fremdes Jagdgebiet möglich sei, gelte als eines der Hauptargumente im Gutachten. Immerhin wird angeführt, dass ohne die Zustimmung des anderen Jagdpächters ein dreistündiger Anmarsch von der Hahntennjochstraße notwendig sei. Dazu hatte Vizebürgermeister Gebi Mantl eine Vereinbarung zwischen dem benachbarten Jagdpächter Karl Mrak und Thomas Scheiber als neuem Jagdpächter der Obermarkter Melkalpe aufgesetzt. Die habe allerdings Scheiber noch nicht unterzeichnet, bestätigte Mantl auch bei der Gemeinderatssitzung. Scheiber wiederum betont gegenüber der TT ein ohnehin im Pachtvertrag festgelegtes Durchfahrtsrecht. Auch würde er Mrak dieses zugestehen. Allerdings sei das alles auf Widerruf.

Krabacher sieht die Kritik der Imster Gemeindepolitiker generell als „unseriös“, spricht von „Neid“ und „Hetze“ und bewertet die geplante Hütte als „jagdlichen Vorteil“. Wo und wie sie gebaut werde, das sei Sache der Stadt und der Raumplanung.

Die vier Kritiker bleiben bei ihrer Vermutung, dass sich Pächter Thomas Scheiber „an einem der schönsten Plätze von Imst“ ein Wochenendhaus mit 16 m² Grundfläche (plus 1. Stock, Terrasse und angebautem Lagerraum) schaffen wolle. Scheiber selbst schüttelt den Kopf: „Da ist daheim meine Küche größer.“ Er „akzeptiere die Kritik, aber ich verstehe sie nicht“.

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