Tirol

Der Transitgipfel wird von Innsbruck nach Bozen verlegt

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Ursprünglich sollten in der Tiroler Landeshauptstadt erste Maßnahmen zur Transitreduktion präsentiert werden. Korridormaut im Mittelpunkt.

Innsbruck, Bozen –Am 5. Februar wurden beim Brennergipfel in München vorerst einmal die Positionen abgetastet, am 12. Juni sollen die ersten Maßnahmen zur Eindämmung des Transitverkehrs auf der Brennerachse präsentiert werden. 2,25 Millionen Lkw im Vorjahr zwingen die Politik zum Handeln, wenngleich die Herangehensweisen durchaus unterschiedlich sind. Deutschland will die Rollende Landstraße stärker fördern und für Transporteure attraktiver machen, von Beschränkungen der Transitfahrten oder höheren Lkw-Mauten hält Verkehrsminister Andreas Scheuer nichts. Diese Haltung nimmt auch sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann ein. Deshalb darf man gespannt sein, welche Konzepte Deutschland beim Nachfolgetreffen auf den Tisch legt.

Das wird, wie am Freitag bekannt wurde, nicht wie geplant in Innsbruck stattfinden, sondern in Bozen. Hintergrund dafür ist die geplante Lkw-Korridormaut auf der Brennerachse. Bekanntlich hat Italiens Noch-Verkehrsminister Graziano Delrio eine Anhebung der Maut auf dem Südtiroler Abschnitt der Brennerautobahn in Aussicht gestellt. Zuletzt ist es dazu ruhig geworden. Delrio könnte nach dem Regierungswechsel in Italien bald Geschichte sein und seine Versprechen dann in der verkehrspolitischen Mottenkiste verschwinden.

Mit dem Treffen in Bozen im Juni sollen jedoch vor allem Druck auf Südtirol und das Trentino aufgebaut und die beiden Euregio-Partner in die Pflicht genommen werden. Voraussetzung für die Lkw-Mauterhöhung ist nämlich das Abkommen für die Erneuerung der Konzession der Brennerautobahn A22. Südtirol, Trentino, die Handelskammern und die Provinzen von Mantua, Verona und Modena sollen das Recht erhalten, die Brenner­autobahn für 30 Jahre zu führen, entweder selbst oder über von ihnen kontrollierte Gesellschaften.

Bei der Übernahme geht es auch um die Investitionen, davon werde letztlich die Berechnung der Mauthöhe abhängen. „Unsere Hausaufgaben haben wir gemacht, den Investitionsplan vorbereitet sowie den zuständigen Behörden zugestellt und somit alle Prozeduren zur Zuweisung der Konzession eingeleitet“, sagte Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher in der Vorwoche nach einem Treffen in Rom mit Verkehrsminister Delrio.

Derzeit berappen die Frächter auf dem Südtiroler und Trentiner Abschnitt der Brennerautobahn lediglich 16 Cent pro Kilometer, in Etappen soll die Abgabe auf das Nordtiroler Niveau von 80 Cent angehoben werden. Das hat Delrio beim Brennergipfel in München zugesagt. Die Maut von München nach Verona kostet derzeit lediglich 130 Euro.

Tirol wird in Bozen Vorschläge für die jährliche Verlagerung von 1,5 Mio. Tonnen Gütern auf die Schiene vorlegen. Mit einem Bündel von Maßnahmen soll bis spätestens 2027 eine Lkw-Obergrenze von jährlich einer Million Transitfahrten eingezogen werden. Nachgeschärft soll auch das sektorale Lkw-Fahrverbot werden, das Land nimmt dabei die Lkw der Schadstoffklasse 6 ins Visier. Nach Bozen ist jedenfalls vor Innsbruck, im Herbst dürfte in der Tiroler Landeshauptstadt dann die dritte Brennerkonferenz innerhalb eines Jahres stattfinden.

Vorerst stehen ab Dienstag jedoch wieder die in Bayern umstrittenen Blockabfertigungen im Vordergrund. Vier sind im April vorgesehen, weitere zehn im feiertagsreichen Mai.

(pn)

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