Tirol

Kassen beharren auf Selbstverwaltung

© Oblasser

Innsbruck, Salzburg – Mit der Salzburger Deklaration gibt es jetzt einen Schulterschluss der neun Gebietskrankenkassen mit der Ärztekammer. ...

Innsbruck, Salzburg –Mit der Salzburger Deklaration gibt es jetzt einen Schulterschluss der neun Gebietskrankenkassen mit der Ärztekammer. Darin sprechen sie sich für die Beibehaltung der Selbstverwaltung und die Gesundheitssteuerung vor Ort in den Ländern aus. Auch die Einhebung der Beiträge müsse vor Ort erfolgen. „Die Landeskompetenz muss über die bloße Festsetzung der Tarife hinausgehen, um auf die oft speziellen regionalen Bedürfnisse Rücksicht nehmen zu können“, beharrt der Obmann der Tiroler Gebietskrankenkasse Werner Salzburger auf Entscheidungen in Tirol.

Die türkis-blaue Bundesregierung will die 21 Sozialversicherungen bekanntlich auf fünf reduzieren und die neun Gebietskrankenkassen zu einer österreichischen Gesundheitskasse zusammenlegen. Die Generaldirektion in Wien und ein Verwaltungsrat geben dann auch in den Ländern die Richtung vor.

Für die Selbstverwaltung spricht sich auch SPÖ-Vorsitzende Elisabeth Blanik aus, denn dadurch erfolge gleichzeitig eine wichtige Steuerung des Gesundheitssystems in Tirol durch die Verträge mit den Ärzten.

Vereinbart wurde gestern auch bereits ein weiteres Treffen Anfang Juni in Linz. Dann sollen noch mehr Partner im Boot sein: Vertreter der Landespolitik, der Selbsthilfegruppen, der Sozialpartner, der Berufsverbände, der Psycho- wie der Physiotherapeuten und viele mehr.

Die Tiroler Gesundheitspolitik mit Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) sowie Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl (VP) hat bereits vor Monaten den Gebietskrankenkassen breite Unterstützung zugesagt. „Wenn zentralisiert wird, wird alles teurer“, betonte im November etwa Bernhard Tilg. Die Entscheidungskompetenz über die Versicherungsgelder sollte und müsste daher vor Ort bleiben. (TT)