Festspiele Erl: Im Schatten „gemachter Hausaufgaben“
Erl – „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“ – das „leidige Thema“ sei vom Tisch. Recht viel mehr Worte wollte Festivalpräsident Hans Peter...
Erl –„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“ – das „leidige Thema“ sei vom Tisch. Recht viel mehr Worte wollte Festivalpräsident Hans Peter Haselsteiner im Rahmen der Programmpräsentation der Erler Winterspiele 2018/19 über die in den vergangenen Wochen vorgebrachten Vorwürfe gegen die Tiroler Festspiele Erl und ihren Künstlerischen Leiter Gustav Kuhn nicht verlieren. Die Vorwürfe – sie reichen von Lohndumping bis zur sexuellen Nötigung – seien „völlig aus der Luft gegriffen“, alles Klagbare wurde geklagt. Und bislang hätten die Festspiele durchwegs Recht bekommen. Fortan wird es mit der ehemaligen grünen Landesrätin Christine Baur eine „absolut autonome“ Ombudsfrau in Erl geben, an die etwaige Beschwerden herangetragen werden können. Außerdem wurde ein „Code of Conduct“, sprich Verhaltensregeln, erarbeitet, der für alle Festpiel- Mitarbeiter gilt. Nach Ostern soll auch die Gagenordnung der Festspiele veröffentlicht werden. Nachfragen verbat sich Haselsteiner – nun solle über das Programm gesprochen werden. Womit erstmals Gustav Kuhn das Wort ergriff – und es gleich an Isabel Karajan weitergab: Die Tochter des Jahrhundert-Dirigenten Herbert von Karajan wird als „singende Schauspielerin“ die Hauptrolle in „Stillhang“ übernehmen. Das vom Wörgler Christian Spitzenstaetter komponierte Auftragswerk der Festspiele handelt von der Komikerin Liesl Karlstadt, die im Zweiten Weltkrieg in Ehrwald nach einem Zusammenbruch ins Leben zurückfindet. Es wird am 28. Dezember im Festspielhaus uraufgeführt.
Eröffnet werden die Winterspiele am 26. Dezember mit der Wiederaufnahme von „La Bohème“. Es folgen die Neuproduktionen von Vincenzo Bellinis „La Sonnambula“ (29. Dezember; 5. Jänner) und von Gioacchino Rossinis „L’occasione fa il ladro“ (30. Dezember; 4. Jänner). Am 3. Jänner kommt die „dramatische Renaissance-Allegorie“ „Maximilian“ von Angelo di Montegral (alias Gustav Kuhn) zur Uraufführung. (jole)