Giftaffäre - Moskau zitierte 23 Botschafter ins Außenministerium
Moskau (APA/Reuters) - Russland hat am Freitag die Botschafter von 23 Ländern ins Außenministerium in Moskau zitiert. Russland erklärte aber...
Moskau (APA/Reuters) - Russland hat am Freitag die Botschafter von 23 Ländern ins Außenministerium in Moskau zitiert. Russland erklärte aber, weiter an Diplomatie interessiert zu sein. Der deutsche Außenminister Heiko Maas sagte, Deutschland bleibe zum Dialog mit Russland bereit. „Unsere Reaktion im Fall Skripal war als politisches Signal notwendig und angemessen, aus Solidarität mit Großbritannien und weil sich Russland bisher jeglicher Aufklärung des Sachverhalts verweigert.“
Hintergrund ist der Streit über den Giftanschlag auf den Ex-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter im englischen Salisbury. Die Regierung in London macht Russlands Präsident Wladimir Putin dafür verantwortlich. Westliche Staaten wie die USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich haben insgesamt etwa 130 russische Diplomaten ausgewiesen. Zumeist sind es Mitgliedsstaaten der NATO und der Europäischen Union, die damit Solidarität mit Großbritannien demonstrieren. Mehrere EU-Staaten, darunter Österreich, Luxemburg, Griechenland und Bulgarien, haben sich nicht an der Aktion beteiligt.
Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe zurück und kritisiert, dass Großbritannien bisher Beweise für seine Anschuldigungen schuldig geblieben sei. Auch Großbritanniens Botschafter Laurie Bristow wurde erneut in Moskau vorgeladen. Ihm sei mitgeteilt worden, dass die Regierung in London einen Monat Zeit habe, die Zahl der diplomatischen Vertreter in Russland auf die selbe Anzahl russischer Vertreter in Großbritannien zu reduzieren, gab das russische Außenministerium bekannt. Wie groß die Einschnitte sind, war zunächst nicht klar. Die Reaktion Russlands sei bedauerlich, sagte eine Sprecherin der britischen Außenministeriums. Russlands Verletzung internationalen Rechts sei eklatant.
Russland will eigenen Angaben zufolge die angespannten Beziehungen zu anderen Staaten reparieren. Vorwürfe aus den USA, die Regierung in Moskau sei nicht an Diplomatie interessiert, träfen nicht zu, sagte ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin.
Der Streit über den Giftanschlag auf Skripal und dessen Tochter Julia hat die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen schwer belastet. Die schwer verletzte Tochter Skripals ist Klinikangaben zufolge auf dem Weg der Besserung. Der BBC zufolge ist sie bei Bewusstsein und spricht.