NGO in Italien protestierte gegen französische Polizei

Rom (APA) - Die italienische NGO Rainbow4Africa hat das Verhalten der französischen Gendarmerie in Bardonecchia an der Grenze zwischen Itali...

Rom (APA) - Die italienische NGO Rainbow4Africa hat das Verhalten der französischen Gendarmerie in Bardonecchia an der Grenze zwischen Italien und Frankreich scharf kritisiert. Fünf bewaffnete französische Polizisten waren am Freitagabend unangemeldet in einen Saal des Bahnhofes der piemontesischen Bergortschaft eingedrungen, wo die NGO Flüchtlingen medizinische Hilfe leistet.

Die fünf Polizisten hatten einen nigerianischen Flüchtling ohne Dokumente an Bord eines Zugs in Richtung Frankreich entdeckt und brachten ihn zurück zum Bahnhof von Bardonecchia. Dort drangen die französischen Polizisten dann in jene Räumlichkeiten ein, in denen Flüchtlingen medizinische Behandlung garantiert wird, und zwangen den Nigerianer zum Urintest. Die NGO alarmierte daraufhin die italienische Polizei und sprach von schwerer Menschenrechtsverletzung.

Die Flüchtlingseinrichtung im Bahnhof Bardonecchias sei ein neutraler Ort und müsse respektiert werden, forderte die NGO laut italienischen Medienberichten. Seit Monaten erreichen afrikanische Flüchtlinge Bardonecchia in der Hoffnung, über die Berge nach Frankreich gelangen zu können. Die französische Polizei verschärfte die Kontrollen. Zuletzt wurde ein Bergführer wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur illegalen Einwanderung angezeigt. Er soll eine schwangere Migrantin nach Frankreich gebracht haben. Circa tausend afrikanische Migranten sind in den vergangenen Monaten im Bahnhof von Bardonecchia behandelt worden.

Zwölf Kilometer auf einer Höhe von 1.700 Meter müssen die Migranten zurücklegen, um von Bardonecchia aus Nevache in Frankreich zu erreichen. Mitten in den verschneiten Alpen sind in den vergangenen Tagen laut Medienberichten mehrere Flüchtlinge gerettet worden, als sie die Grenze von Italien nach Frankreich überqueren wollten.