Venezuela

Polizisten nach Tod von 68 Häftlingen in Carabobo festgenommen

Eine Angehörige wartet nach der Revolte Verzweifelt auf Informationen.
© Reuters

Die UN-Menschenrechtsbehörde in Genf hatte verlangt, die Verantwortlichen der Vorfälle im Polizeirevier zu benennen.

Caracas – Nach der Häftlingsmeuterei mit 68 Toten sind in Venezuela fünf hochrangige Polizeibeamte festgenommen worden. Die Haftbefehle des Generalstaatsanwalts Tarek William Saab trafen unter anderen den stellvertretenden Polizeichef des Bundesstaates Carabobo, wie die Zeitung El Carabobeño am Samstagabend (Ortszeit) berichtete.

Bei einem Brand nach einem Aufstand der Häftlinge in dem Polizeihauptquartier der regionalen Hauptstadt Valencia waren am Mittwoch 66 Männer und zwei Frauen umgekommen, so die Behörden.

200 Insassen in Mini-Zelle

In den für nur 35 Häftlinge vorgesehenen Zellen der Polizeistation befanden sich rund 200 Insassen. Die Häftlinge setzten nach ersten Ermittlungsergebnissen Matratzen in Brand, um eine Öffnung der Haftzellen zu erzwingen. Die Opfer seien in Folge von Rauchvergiftung und Verbrennungen gestorben.

Die UN-Menschenrechtsbehörde in Genf hatte verlangt, die Verantwortlichen der Vorfälle im Polizeirevier zu benennen. Sie müssten vor Gericht gebracht werden, hieß es in einer Stellungnahme in Genf. Die Haftbedingungen in dem südamerikanischen Land müssten endlich deutlich verbessert werden.

Der Aufstand in Carabobo ist der zweitschwerste in der Geschichte der Gefängnisse des Landes. 1994 starben 108 Menschen bei einer Meuterei in der Region Zulia. (dpa)