Treffen in Washington - Die Baltenstaaten und die NATO

Riga/Washington (APA/dpa) - Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind trotz scharfer Kritik aus Moskau im März 2004 der NATO...

Riga/Washington (APA/dpa) - Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind trotz scharfer Kritik aus Moskau im März 2004 der NATO beigetreten. Die Mitgliedschaft im westlichen Militärbündnis gilt in den drei früheren Sowjetrepubliken als wichtigste Sicherheitsgarantie vor ihrem mächtigen Nachbarn Russland. Besonders die Ukrainekrise sorgte in den seit 1991 wieder unabhängigen Staaten im Nordosten Europas für neue Besorgnis.

Estland und Lettland haben starke russische Minderheiten und im Osten eine gemeinsame Grenze mit Russland, Litauen grenzt im Westen an die russische Exklave Kaliningrad (Königsberg). Wegen ihrer Lage gelten die drei Baltenstaaten als Achillesferse der NATO-Ostflanke. Im Ernstfall wären sie vom restlichen NATO-Gebiet leicht abzutrennen.

Im Zuge der Ukraine-Krise hat das Militärbündnis seine Präsenz in der Region deutlich erhöht. Neben mehr Truppen und Manövern wurde mit einer verstärkten Luftraumüberwachung und dem Aufbau einer schnellen Eingreiftruppe für Krisensituationen vorgesorgt.

Zur Abschreckung Russlands hatte die NATO im Juli 2016 die Entsendung von je etwa 1.000 Soldaten in die baltischen Staaten und nach Polen beschlossen. Es war die größte Truppenverlegung Richtung Osten seit Ende des Kalten Krieges. Die USA führen dabei das NATO-Bataillon in Polen an, Deutschland leitet den Truppenverband in Litauen.

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Als eigenen Beitrag für ihre Sicherheit haben Litauen und Lettland ihren Militäretat 2018 auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöht. Estland gehörte bereits zu den wenigen Staaten, deren Verteidigungsausgaben den angepeilten NATO-Zielwert erreichen.

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA104 2018-04-02/12:11


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