Immer mehr Kundgebungen für Frieden in Südafghanistan

Kabul (APA/dpa) - In der südafghanischen Provinz Helmand wächst der zivile Widerstand gegen den Krieg zwischen den radikalislamischen Taliba...

Kabul (APA/dpa) - In der südafghanischen Provinz Helmand wächst der zivile Widerstand gegen den Krieg zwischen den radikalislamischen Taliban und der Armee. In der Provinzhauptstadt Lashkar Gah (Laschkagah) dauern die Proteste bereits seit mehreren Tagen an. Nun soll es auch in den Bezirken Gereshk und Nawa Demonstrationen geben, sagten Teilnehmer und Provinzratsmitglieder am Montag.

Die Demonstranten verlangen ein Ende der Morde an Zivilisten und einen Waffenstillstand. Private Friedensinitiativen dieser Art sind selten, vor allem in Provinzen, die von den Taliban kontrolliert werden.

Helmand ist eine Hochburg der Taliban, in der es fast täglich Gefechte zwischen den Islamisten und Regierungstruppen gibt. Anlass der Proteste war ein Bombenanschlag vor dem Stadion in Lashkar Gah am 23. März, bei dem 20 Zivilisten getötet wurden.

Eine Teilnehmerin der Proteste in Lashkar Gah, Husnia Ehsas, sagte, dass Menschen, die die Bewegung unterstützen, außerdem in den Provinzen Sabul und Kandahar Protestzelte aufbauten. „In den Provinzen Badghis und Baghlan sind sie auf dem Weg.“

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In Lashkar Gah gehe es ebenfalls weiter. Provinzratsmitglied Mirsahussain Alisada sagte, am Sonntag hätten religiöse Führer ihre Unterstützung für die Bewegung ausgesprochen. Man sei dabei, ein 14-köpfiges Komitee zu formen, das am Donnerstag entscheiden werde, wie man den Taliban eine weitere Botschaft zukommen lassen solle.

Die Taliban hatten gleich nach Beginn der Proteste verlauten lassen, die Demonstranten sollten lieber vor den Militärstützpunkten der USA aufmarschieren. Die USA hätten den Taliban diesen Krieg aufgezwungen.


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