Bulgarien will Boykott von EU-Westbalkan-Gipfel vermeiden

Sofia (APA/dpa) - Bulgarien will einen Boykott des EU-Westbalkan-Gipfels im Mai durch EU-Staaten wie Spanien, Rumänien und Zypern verhindern...

Sofia (APA/dpa) - Bulgarien will einen Boykott des EU-Westbalkan-Gipfels im Mai durch EU-Staaten wie Spanien, Rumänien und Zypern verhindern. Grund eines Boykotts wäre die Teilnahme des Kosovo, den nicht alle EU-Mitglieder als Staat anerkennen.

„Ich bin überzeugt, Bulgarien wird sich weiter bemühen, dass diese EU-Staaten am Tisch sitzen“, sagte der bulgarische Präsident Rumen Radew am Mittwoch nach einem Treffen mit seiner kroatischen Amtskollegin Kolinda Grabar-Kitarovic in Sofia. Bulgarien hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne.

Einige EU-Staaten wie etwa Spanien, Rumänien und Zypern hätten bereits Vorbehalte zum Ausdruck gebracht, erläuterte Radew nach einem Bericht des Staatsradios in Sofia. Doch nur im Dialog könnten Stabilität, Sicherheit und Prosperität gewährleistet werden, meinte er.

Die mögliche EU-Integration der Länder des westlichen Balkans zählt zu den Prioritäten der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft in der ersten Jahreshälfte 2018. Für 17. Mai ist in der Hauptstadt Sofia ein Gipfeltreffen EU-Westbalkan geplant, um neuen Schwung in die Beziehungen zwischen der EU und den Westbalkanländern zu bringen.

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Das überwiegend von Albanern bevölkerte Kosovo ist seit 2008 von Serbien unabhängig. Der jüngste Staat Europas wird von mehr als 110 Staaten weltweit anerkannt. Darunter sind auch die meisten EU-Länder - aber nicht Spanien, Rumänien, Zypern, die Slowakei und Griechenland. Die spanische Regierung erklärte Mitte März, dass Ministerpräsident Mariano Rajoy zu keinem Gipfel fahren werde, bei dem auch der Kosovo als eigenständiger Staat präsent sei. Wegen der Zuspitzung des Katalonien-Konflikts, der im vergangenen Herbst in einem Unabhängigkeitsreferendum und der Absetzung der separatistischen Regionalregierung gipfelte, hat Madrid seine Haltung in der Kosovo-Frage verschärft.


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