Zürcher Börse schließt tiefer

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch wegen des aufgeflammten Handelsstreits zwischen den USA und China deutlich ...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch wegen des aufgeflammten Handelsstreits zwischen den USA und China deutlich schwächer geschlossen. Der Schlagabtausch um Strafzölle hatte bereits zum Start für Verluste gesorgt. Am Nachmittag bewegte sich der SMI dann nahe am Tagestief mehr oder weniger seitwärts. Daran änderten auch die robusten Arbeitsmarktdaten aus der US-Privatwirtschaft und die US-Industrieaufträge nichts mehr.

Der US-Protektionismus bleibe das größte Risiko für die Finanzmärkte und dürfte zunehmend Kursschwankungen nach sich ziehen, sagte ein Anlagestratege. Etliche Börsianer befürchten, dass der Konflikt zwischen den bedeutenden Volkswirtschaften weiter eskalieren wird, da beide Seiten aus Sorge vor einem Gesichtsverlust wohl nicht nachgeben dürften. Händler sehen die Gefahr einer Spirale aus Vergeltungsmaßnahmen zwischen den wirtschaftlichen Schwergewichten.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,89 Prozent tiefer auf 8.553,69 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor um 1,17 Prozent auf 1.400,53 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,75 Prozent auf 9.989,58 Punkte.

Vor allem die Aktien der Swiss Re (minus 3,9 Prozent) standen anlässlich eines Investorentages im Fokus. Für einen Dämpfer sorgte, dass der japanische Softbank-Konzern sich wohl in weit geringerem Ausmaß am Rückversicherer beteiligen dürfte als gedacht. Die Swiss Re-Spitze rechnet damit, dass eine Beteiligung 10 Prozent nicht übersteigen werde. In Medienberichten war letzte Woche dagegen von bis zu einem Viertel die Rede gewesen.

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Auch die übrigen Finanzwerte standen unter Druck. Die CS und die UBS verloren je 1,9 Prozent, während Julius Bär um 1,5 Prozent fiel. Die Versicherer mussten ebenfalls Verluste hinnehmen.

Noch weiter abwärts ging es mit den Aktien von ABB, die um 5,3 Prozent abtauchten. Die Papiere wurden allerdings - zusätzlich zur schlechten Stimmung für zyklische Werte - durch den Dividendenabschlag von 0,78 Franken belastet. Schwach notierten auch die Aktien von Sonova (-2,7 Prozent), Vifor (-1,9 Prozent) und Sika (-1,8 Prozent).

Der Baustoffkonzern LafargeHolcim (-0,8 Prozent) machte mit Personalien von sich reden: Mit Thomas Schmidheiny und Bertrand Collomb verabschieden sich zwei Persönlichkeiten aus dem Verwaltungsrat, welche die Fusion von Holcim und Lafarge maßgeblich geprägt hatten. An der strategischen Richtung des Konzerns sollte dies nichts ändern. Schmidheiny bleibt Großaktionär von LafargeHolcim.

Etwas Unterstützung kam dagegen - wie üblich bei größeren Kursrückgängen - von den drei defensiven Schwergewichten: Während Novartis sogar hauchdünn im Plus schlossen (+0,05 Prozent), hielten sich Nestlé (-0,2 Prozent) und Roche (-0,7 Prozent) immerhin deutlich besser als der Gesamtmarkt.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA477 2018-04-04/18:22


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