Ein Profi deckt den Tisch mit Spezialitäten der Region

Landeck ist Modellregion für neue Partnerschaft zwischen bäuerlichen Produzenten und Tourismus. Herausforderung liegt in der Logistik.

Das Buffet mit regionalen Spezialitäten soll künftig stärker in der Gastronomie angeboten werden.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Ischgl –Dass die 1400 klein­strukturierten bäuerlichen Betriebe nicht annähernd zwei Millionen Gäste im Tourismusbezirk versorgen können, versteht sich. Aber: In der – in Sonntagsreden oft beschworenen – Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus könnte ein großer Wurf gelingen.

Am Donnerstag ist der Bezirk zur neuen Modellregion ausgerufen worden. Der Molkerei- und Käsemeister Bernhard Pircher (38) aus See steht vor der Herausforderung, das kleine, saisonal schwankende, aber hochwertige Produktangebot den Konsumenten zu servieren. „Er muss die regionalen Partner professionell vernetzen“, erklärte LHStv. Josef Geisler im Ischgler Tannenhof – ein Mitgliedsbetrieb der Tiroler Wirtshauskultur. „Alle müssen an einem Strang ziehen und ihren Beitrag zum regionalen Kreislauf leisten. Dann haben alle einen Mehrwert“, hob Geisler hervor. Für den Konsumenten liege der Mehrwert auch in der hohen Lebensmittelsicherheit.

Er möchte dem Bezirk ein kulinarisches Profil geben, verriet Projektleiter Pircher, der kürzlich sein Büro in der Bauernkammer am Schenten eingerichtet hat. „Land­eck soll auch als kulinarische Marke positioniert werden.“ Direktvermarkter soll es weiterhin geben, zudem will der Koordinator die Kooperation mit Großhändlern und Gastronomie verstärken. Logistik werde ein großes Thema sein. Weil die Produktmengen überschaubar sind, brauche der Konsument bzw. der Küchenchef „eine gewisse Planbarkeit“. Am Online-Markt führe kein Weg vorbei. Sein erster Schwerpunkt liege in der Vermarktung der heimischen Milchprodukte.

Mehrfach Lob hat Bezirksbauernobmann Elmar Monz ausgefasst. Er gilt als hartnäckiger Ideenlieferant, das Projekt hat er bis zur Umsetzung vorangetrieben. „Das Land unterstützt uns beim Aufbau der Modellregion kräftig. Dafür können wir nur danken“, sagte Monz in Richtung Geisler. Wirtschaftskammerobmann Toni Prantauer erinnerte an frühere Anstrengungen, die Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Handel und Tourismus zu verbessern. „Letztlich hat sich herausgestellt, dass uns ein Kümmerer fehlt“, so Prantauer. Er halte das Pilotprojekt für einen „wichtigen Beitrag, um Abwanderung einzubremsen“, hob Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Peter Comina hervor. „90 Prozent der Nebenerwerbsbauern sind AK-Mitglieder“, zeigte Comina auf.

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Die Partner der Modellregion machen Lust auf Gustiöses – v. l.: Peter Comina (Arbeiterkammer), Elmar Monz (Bauernkammer), LHStv. Josef Geisler, Projektleiter Bernhard Pircher und Toni Prantauer (Wirtschaftskammer).
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