Homöopathie kann bei Krebsbehandlungen unterstützend wirken

Wien (APA) - Homöopathische Medikamente sind mittlerweile alltäglich bei der Behandlung von Krebserkrankungen. Darauf wies die Österreichisc...

Wien (APA) - Homöopathische Medikamente sind mittlerweile alltäglich bei der Behandlung von Krebserkrankungen. Darauf wies die Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien anlässlich des Tags der Homöopathie (10. April) hin. Homöopathie könne klassische Therapien nicht ersetzen, sei aber hilfreich bei Nebenwirkungen.

„Ziel der homöopathischen Behandlung ist, dass die Chemotherapie-Intervalle so gut wie möglich eingehalten werden können. Denn müssen die Therapiepausen aufgrund von Nebenwirkungen verlängert werden, wird die Wirksamkeit der Krebstherapie um bis zu 40 Prozent geringer“, sagte Erfried Pichler, Präsident der ÖGHM. Laut dem Leiter der homöopathischen Ambulanz an der Kinderonkologie im Klinikum Klagenfurt gibt es einen großen Unterschied zwischen Homöopathie und klassischer Behandlung. „In der Homöopathie wird der Mensch als Individuum behandelt, in der Schulmedizin geht es um den Krebs und ein Mensch ist auch noch dabei“, meinte Pichler.

Michael Frass, Leiter der homöopathischen Ambulanz für maligne Erkrankungen am AKH Wien, fügte an, dass sich die Homöopathie auch in der Onkologie durch Studien stützt. Eine aktuelle Untersuchung an der Medizinischen Universität Wien kam zum Ergebnis, dass es den Patienten sowohl objektiv als auch subjektiv besser geht, wenn man sie individuell homöopathisch behandelt. Somit würden sich unterstützende homöopathische Therapien in der Onkologie rechtfertigen, sagte Frass.

Ilse Fleck-Vaclavik, Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie, berichtete von erfolgreichen Therapien mit homöopathischen Arzneimitteln. Sie betonte dabei ebenfalls, dass die klassische Medizin nicht ersetzbar, aber ergänzbar ist. Beispielsweise habe sie bei einer Patientin mit Eierstockkrebs die andauernde Harninkontinenz aufgrund der Chemotherapie mit Nux vomica, der Brechnuss, gestoppt. „Man kann Beschwerden lindern und da angreifen, wo die Schulmedizin nicht mehr weiter weiß,“ sagte sie.

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Obwohl homöopathische Medikamente in Österreich seit 1983 und in der EU seit 2001 als offizielle Arzneimittel gelten, stehen sie bei vielen Menschen in Verruf. Apotheker Martin Peithner sagte dazu, dass sich Kritik häufig auf Australien und die USA beziehe, wo es keine Garantien für Qualität der Mittel gebe. Anders als in Europa gebe es dort keine Gesetzgebung, die Homöopathie unter die strengen Richtlinien der klassischen Medikamente stelle.


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