Bisher kein Durchbruch bei NAFTA-Neuverhandlung

Washington/Ottawa (APA/Reuters) - Bei den Verhandlungen über eine Neufassung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA sind nach Ein...

Washington/Ottawa (APA/Reuters) - Bei den Verhandlungen über eine Neufassung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA sind nach Einschätzung Kanadas weiter wichtige Fragen ungeklärt. Die Gespräche seien konstruktiv gewesen und würden nun fortgesetzt, sagte Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland am Freitag nach einem Treffen mit US-Handelsbeauftragtem Robert Lighthizer und Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo.

„Wir arbeiten weiter, bis wir ein gutes Abkommen haben“,so Freeland. Der US-Außenhandelsbeauftragte Robert Lighthizer erklärte, es werde weiterhin an einer Vereinbarung gearbeitet, welche allen drei Ländern zugute komme. Das mexikanische Wirtschaftsministerium teilte mit, die drei Länder hätten sich darauf geeinigt, die technischen Details zu klären und „die Balance zu finden, die es ermöglicht, den gesamten Prozess voranzutreiben“.

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag eine rasche Einigung angemahnt. Vertreter Kanadas und Mexikos hatten es für möglich gehalten, eine Grundsatzvereinbarung bei einem Gipfeltreffen in Peru in der kommenden Woche vorzustellen.

Allerdings bleiben weiterhin wichtige Fragen offen, vor allem bei der Autoproduktion. Die USA fordern, dass Fahrzeuge, die im Nafta-Raum hergestellt werden, zu 85 Prozent aus nordamerikanischen Teilen bestehen. Derzeit liegt dieser Anteil bei 62,5 Prozent. „Wir arbeiten weiter auf diesem Gebiet und machen gute Fortschritte“, sagte Freeland, ohne nähere Angaben zu machen. Insidern zufolge muss eine Einigung in diesem Punkt erzielt werden, bevor die Grundzüge des Nafta-Abkommens verabschiedet werden können.

Die USA, Kanada und Mexiko verhandeln seit acht Monaten über ein überarbeitetes Freihandelsabkommens. Das Ziel ist ein Ergebnis vor den mexikanischen Präsidentschaftswahlen am 1. Juli. Trump hat damit gedroht, das Nafta-Abkommen aufzukündigen. Aus seiner Sicht bringt es zu große Nachteile für die USA mit sich. Trump hatte zudem mangelnde mexikanische Unterstützung beim Eindämmen illegaler Migration nach Norden kritisiert.


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