Der Irak seit dem Sturz von Saddam Hussein

Bagdad (APA/AFP) - Der Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein durch die US-Armee vor 15 Jahren setzte der autoritären Herrschaft de...

Bagdad (APA/AFP) - Der Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein durch die US-Armee vor 15 Jahren setzte der autoritären Herrschaft der Baath-Partei ein Ende, stürzte das Land aber auch in einen Bürgerkrieg. Als die US-Besatzungstruppen abzogen, war das Land längst nicht stabilisiert. Mit dem Erstarken der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) begann ein neuer Konflikt, die erst heute zum Ende gelangt.

20. März 2003: Beginn der amerikanisch-britischen Militär-“Operation Iraqi Freedom“ gegen Saddam Hussein, dem der Besitz von Massenvernichtungswaffen vorgeworfen wird.

9. April 2003: Der Sturz der Statue von Saddam Hussein auf dem Firdos-Platz in Bagdad symbolisiert den Fall der irakischen Hauptstadt, doch gehen die Kämpfe weiter.

1. Mai 2003: US-Präsident George W. Bush verkündet auf einem US-Flugzeugträger unter einem Banner mit der Aufschrift „Mission accomplished“ das Ende des Einsatzes.

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16. Mai 2003: Der neu eingesetzte US-Zivilverwalter Paul Bremer untersagt Baath-Mitgliedern die Ausübung öffentlicher Ämter und löst die Partei sowie die Sicherheitskräfte auf.

2. Oktober 2003: Ein US-Inspektorenteam gibt zu, dass keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden worden seien.

13. Dezember 2003: Saddam Hussein wird nahe seiner Geburtsstadt Tikrit gefangen genommen. Ende 2006 wird er wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit hingerichtet.

Juni 2004: Die US-geführte Zivilverwaltung von Bremer übergibt die Macht an eine irakische Übergangsregierung.

Jänner 2005: Bei der ersten Parlamentswahl gewinnen schiitische Parteien die meisten Sitze vor den kurdischen Parteien. Die sunnitischen Parteien boykottieren die Abstimmung.

Oktober 2005: Eine neue Verfassung tritt in Kraft, die eine föderale Ordnung einführt und die seit 1991 bestehende kurdische Autonomieregion im Nordirak offiziell anerkennt.

Dezember 2006: Eine schiitische Allianz wird stärkste Kraft bei der Parlamentswahl, verfehlt aber die absolute Mehrheit.

22. Februar 2006: Ein Anschlag auf das schiitische Heiligtum in Samarra löst einen Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten aus, dem bis 2008 zehntausende Iraker zum Opfer fallen.

April 2006: Der Schiit Nuri al-Maliki erhält von Präsident Dschalal Talabani den Auftrag zur Regierungsbildung.

17. August 2007: Mehr als 400 Menschen sterben bei einem Anschlag auf die jesidische Minderheit im Nordirak.

Dezember 2011: Die letzten US-Soldaten verlassen das Land. Unter ihrer Besatzung wurden mehr als 100.000 Zivilisten getötet, 4.500 US-Soldaten verloren ihre Leben.

Jänner 2014: Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat im Irak und Syrien (ISIS) und sunnitische Stämme übernehmen die Kontrolle über Falludscha und Teile Ramadis.

Juni 2014: Bei einer Blitzoffensive erobert ISIS (später IS) Mossul und große Gebiete im Norden und Westen des Landes und ruft ein „Kalifat“ im Irak und Syrien aus.

August 2014: Der umstrittene Ministerpräsident al-Maliki übergibt die Regierung an Haidar al-Abadi. Angesichts der Vertreibung zehntausender Christen und Jesiden im Nordirak durch den IS starten die USA Luftangriffe auf die Dschihadisten.

Juli 2017: Nach neunmonatigen Kämpfen wird Mossul von den Regierungstruppen erobert. Zuvor hatte die IS-Miliz bereits die Städte Tikrit, Falludscha und Ramadi verloren.

25. September 2017: Die Kurden stimmen in einem umstrittenen Referendum für die Unabhängigkeit, doch zwingt sie die irakische Armee zum Rückzug aus der Region Kirkuk und anderen Gebiete.

Dezember 2017: Die Armee erobert die letzten IS-Gebiete an der Grenze zu Syrien zurück. Ministerpräsident al-Abadi verkündet den Sieg über die Dschihadisten.


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