Leichen von entführten Kindern in Libyen nach zwei Jahren entdeckt

Einer der mutmaßlichen Entführer war zuvor festgenommen worden und hatte die Ermittler auf die Spur gebracht.

Tripolis – Mehr als zwei Jahre nach der Entführung dreier Geschwister in Libyen sind die Leichen der Kinder gefunden worden. Ermittler fanden die sterblichen Überreste der Geschwister im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren nach Behördenangaben am Samstag in einem Wald südlich der Stadt Sorman. Einer der mutmaßlichen Entführer war zuvor festgenommen worden und hatte die Ermittler auf die Spur gebracht.

Bewaffnete Angreifer hatten die Kinder im Dezember 2015 auf dem Schulweg entführt. Die Geschwister wurden von ihrer Mutter und einem Fahrer begleitet, der Fahrer wurde bei dem Überfall angeschossen. Die Bande wollte Lösegeld erpressen, doch die Verhandlungen scheiterten und die Entführer töteten die Kinder einen Monat nach der Entführung, wie die Ermittler jetzt bekanntgegeben haben.

Der Fund löste in Libyen Entsetzen aus. Die Stadtverwaltung von Sorman ordnete eine dreitägige Trauerzeit an, die meisten Schulen blieben geschlossen. Alle Libyer seien schockiert über die grausame Tat, erklärte Regierungschef Fajes al-Sarraj.

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Weite Teile Libyens werden von bewaffneten Milizen kontrolliert. Zahlreiche kriminelle Banden nutzen das Chaos aus. (APA/AFP)

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