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Kopftuchverbot: Deutschland könnte Österreich-Pläne übernehmen

Staat und Gesellschaft seien unbedingt verpflichtet, dem Kindeswohl Vorrang zu geben. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände sprach sich für entsprechende Pläne aus.

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(Symbolfoto)
© Andreas Rottensteiner / TT

Berlin/Wien – Deutschland könnte die Österreich-Pläne für ein Kopftuchverbot an Kindergärten und Volksschulen übernehmen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände (BAGIV) spricht sich für eine solche Maßnahme aus. Entsprechende Pläne der Regierung in Österreich seien nachahmenswert, um muslimische Kleinkinder vor Diskriminierung zu schützen, so der Präsident der Arbeitsgemeinschaft, Ertan Toprak.

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„Es geht hier um eine Abwägung zwischen dem Erziehungsrecht und dem Kindeswohl“, fügte Toprak Montag in Berlin hinzu. Staat und Gesellschaft seien unbedingt verpflichtet, dem Kindeswohl Vorrang zu geben. „Immer mehr Eltern verschleiern ihre Kinder bereits Jahre vor der Pubertät und legen eine sehr extreme Interpretation der Religion an den Tag.“

Darüber dürfe ein freiheitlich-demokratischer Staat nicht weiter hinwegsehen. Toprak verwies darauf, dass nach dem Koran ein Kopftuch ohnehin erst in der Pubertät vorgeschrieben sei. Vor allem Kleinkinder müssten „vor dem religiösen Totalitarismus der Eltern geschützt werden“.

Religion wird instrumentalisiert

Von einer Religionsfreiheit könne hier gar keine Rede sein. Vielmehr würde die Religion instrumentalisiert und missbraucht, um die politische Dimension des Islam voranzubringen. An die Adresse der Politik sagt er: „Die Politiker sollten endlich die theoretischen Symboldebatten über den Islam beenden, und dem politischen Islam in der Praxis die Grenzen aufzeigen.“

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Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte Anfang April angekündigt, mit dem Kopftuchverbot könnten „Parallelgesellschaften“ vermieden werden. Zuletzt hatte FDP-Chef Christian Lindner ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren in Deutschland gefordert. Ein solches Verbot sei verhältnismäßig und stärke die Persönlichkeitsentwicklung der Mädchen. „Es ist zugleich ein leider notwendiger Hinweis, dass unsere moderne Gesellschaft die individuelle Religionsfreiheit auch innerhalb von Familien verteidigt.“ (APA/AFP)


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