Deutsche-Bank-AR-Chef: Keine Abkehr vom Investmentbanking

Frankfurt (APA/Reuters/dpa) - Mit dem überraschenden Wechsel an der Spitze der Deutschen Bank und dem Rückzug eines der wichtigsten Investme...

Frankfurt (APA/Reuters/dpa) - Mit dem überraschenden Wechsel an der Spitze der Deutschen Bank und dem Rückzug eines der wichtigsten Investmentbanker ist laut Aufsichtsratschef Paul Achleitner kein grundlegender Strategiewechsel verbunden. „Es geht nicht um eine Abkehr vom Investmentbanking“, sagte Achleitner der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstausgabe).

Entsprechend sei der Abgang des bisherigen Co-Chefs der Investmentbank, Marcus Schenck, kein Hinweis auf eine Änderung des Geschäftsmodells. „Marcus Schenck hatte mir vor Ostern signalisiert, dass er das Unternehmen verlassen wolle, weil er die Investmentbank gerne vergrößern wollte, die Bank das derzeit aber nicht in dieser Weise mittragen wollte.“

Der Österreicher Achleitner, früher Deutschland-Chef von Godman Sachs und damit einer der führenden Investmentbanker Deutschlands, hält ein starkes Investmentbanking weiterhin für eine tragende Säule der Deutschen Bank. Die europäische Wirtschaft brauche starke Universalbanken wie die Deutsche Bank. „Auch eine Investmentbank hat eine volkswirtschaftliche Funktion – und entsprechend große Chancen, genau wie die anderen Geschäftsfelder der Deutschen Bank.“

Achleitner hatte am Sonntagabend überraschend den bisherigen Vorstandschef John Cryan durch den Chef der Privatkundensparte, Christian Sewing, ersetze. Im Zuge des Vorstandsumbaus verlässt Investmentbank-Co-Chef Schenck das Geldhaus. Der Südafrikaner Gart Ritchie wird diesen Teil der Bank künftig alleine führen und steigt zum Stellvertreter Sewings auf.

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Achleitner übte Kritik am abgesetzten Vorstandschef John Cryan. Es habe „bei der Geschwindigkeit, wie der Vorstand Entscheidungen trifft und deren Umsetzung durchsetzt“, gehapert, sagte Achleitner der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstag). Achleitner machte sein Urteil unter anderem an der Entwicklung des Aktienkurses fest: Habe dieser vor einem Jahr noch bei 17 Euro gelegen, sei er vergangene Woche unter 11 Euro gerutscht.

Chefkontrolleur Achleitner verteidigte seine eigene Rolle bei der Entwicklung des Geldhauses: „Die strategische und operative Verantwortung liegt beim Vorstand. Aufgabe des Aufsichtsrats ist es, zu beaufsichtigen und, ob die Strategie umgesetzt wird, Rat zu geben und gegebenenfalls personelle Konsequenzen zu ziehen. Und hier hat der Aufsichtsrat dem Vorstand und natürlich auch dem Vorsitzenden John Cryan frühzeitig die notwendigen Fragen gestellt.“ Zum neuen Vorstandschef Christian Sewing, einem Eigengewächs der Deutschen Bank, sagte Achleitner, dieser kenne die Bank „wie kaum ein anderer“.

~ ISIN DE0005140008 WEB https://www.deutsche-bank.de/index.htm ~ APA490 2018-04-09/18:36


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