Israelische Ex-Scharfschützen drücken in offenem Brief „Scham“ aus

Jerusalem/Gaza (APA/dpa) - Fünf ehemalige israelische Scharfschützen haben in einem offenen Brief „Scham und Trauer“ über die Vorfälle an de...

Jerusalem/Gaza (APA/dpa) - Fünf ehemalige israelische Scharfschützen haben in einem offenen Brief „Scham und Trauer“ über die Vorfälle an der Gaza-Grenze ausgedrückt. Die Mitglieder der israelischen Organisation Breaking the Silence (Das Schweigen brechen) kritisierten in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben „militärische Befehle, die es Scharfschützen erlauben, scharfe Munition auf unbewaffnete Demonstranten zu feuern“.

Sie fühlten „Scham über die Befehle, denen es an moralischem und ethischem Urteilsvermögen mangelt, und Trauer über die jungen Soldaten, die - wie wir sehr gut aus eigener Erfahrung wissen - für immer die Szenen mit sich herumtragen werden, die sie durch das Visier ihrer Gewehre gesehen haben“, hieß es in dem Brief.

„Scharfschützen dazu anzuweisen, unbewaffnete Demonstranten zu erschießen, die keine tödliche Gefahr darstellen, ist ein weiteres Ergebnis der Besatzung und Militärherrschaft über Millionen von Palästinensern“, schrieben die Ex-Scharfschützen, die den Brief namentlich unterzeichneten. Israels politische Führung sei gefühllos und vom rechten Pfad abgekommen. Die ehemaligen Soldaten riefen zu einem Ende der militärischen Kontrolle der Palästinenser auf.

Seit Ende März sind bei Massenprotesten an der Grenze des Gazastreifens mit Israel 34 Palästinenser getötet worden, Hunderte erlitten nach palästinensischen Angaben Schussverletzungen.

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Israel hat Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen, es gehe zu hart gegen die Gaza-Proteste vor, entschieden zurückgewiesen. Nach Angaben der Armee haben Soldaten Anweisungen, nur auf die Beine von Palästinensern zu schießen, die den Grenzzaun beschädigen oder Soldaten gefährden. Israel hat die Bevölkerung im Gazastreifen immer wieder davor gewarnt, sich dem Grenzzaun zu nähern.


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