Lauter Raritäten von Barock bis Gegenwart - Klassiknews
Wien (APA) - *...
Wien (APA) - *
Motetten aus Frühbarock und dem 21. Jahrhundert (Carus): Der Komponist Samuel Scheidt (1587 - 1654) war Zeitgenosse von Heinrich Schütz, sein Werk ist heute aber weit weniger bekannt. Einige seiner Motetten aus der Sammlung „Cantiones Sacrae“, denen Psalmentexte zugrunde liegen, wurden nun zum ersten Mal eingespielt. Die Aufnahme des Athesinus Consort Berlin unter der Leitung von Klaus-Martin Bresgott beweist in ihrer durchsichtig-klaren Gestaltung, dass Scheidt zu Unrecht kaum gespielt wird. Die Musik des Barockkomponisten wurde auf der CD kombiniert mit der zeitgenössischen Komposition „Die Stimme meines Freundes“ von Frank Schwemmer nach Motiven aus dem Hohelied Salomons. Schwemmer setzte seine zweiteilige Motette für zehn Stimmen in einen spannungsreichen Bezug zu Scheidt und Schütz.
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Russische Klavierminiaturen in filigraner vierhändiger Fassung (Hänssler Classic): Zum 100. Todestag des russischen Nationalkomponisten Cesar Cui präsentiert sich das Klavierduo Maria Ivanova und Alexander Zagarinskiy mit Klaviertranskriptionen von Werken aus den 1880er-Jahren. Zu Beginn erklingt die zweite Orchestersuite (1887), die vom Komponisten selbst für vierhändiges Spiel eingerichtet wurde. Leicht und elegant erinnert die Musik manchmal an Chopin oder Schumann, beweist aber immer eigenes Profil. Weiters sind die „Zwölf Miniaturen op. 20“ und die „Sieben Miniaturen op. 39“ zu hören, die das Duo ebenso gefühlvoll wie technisch versiert spielt und sicher zur Neuentdeckung des Komponisten beitragen.
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Linos Ensemble erweckt Kammermusik von Hamburger Komponisten zum Leben (cpo): Arnold Krug stammte ebenso wie Johannes Brahms aus Hamburg, war 16 Jahre jünger und ist heute hauptsächlich mit einigen kleinen Klavierstücken vertreten. Das renommierte Linos Ensemble hat sich mit dem Komponisten beschäftigt und nun sein Streichsextett op. 68 sowie das Klavierquartett op.16 eingespielt. Die Musik Krugs lebt von farbigen Stimmungsbildern und in ihrer Schlichtheit berührenden Gesangsthemen besonders in den langsamen Sätzen. Das Linos Ensemble, das sich in bewährt sorgfältiger Manier mit den Kompositionen beschäftigt, lässt die Musik so erklingen, dass man ihr bisheriges Schattendasein nicht ganz nachvollziehen kann.
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Seidenweiche französische Bratschenmusik (Dabringhaus und Grimm): Der Bratschist Christian Euler, langjähriger Professor an der Grazer Kunstuniversität, nahm sich zusammen mit Pianist Paul Rivinius der Musik von Henri Vieuxtemps (1820 - 1861) an. Der Komponist war ein gefeierter romantischer Violinvirtuose, dessen Leben voller Abenteuer und Tragik war und der trotz großer Erfolge im Armengrab endete. Vieuxtemps schrieb zahlreiche Stücke für Violine, aber auch einige für Bratsche, da er dieses Instrument gelegentlich selbst spielte. Euler bringt mit seinem vollen, dichten Spiel diese Kompositionen glänzend zur Geltung. Rivinius steuert auf einem 100 Jahre alten Steinway geschliffene Klarheit ohne Schwere bei, sodass die einzelnen Stücke ihre facettenreiche Schönheit entfalten können.
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Lautmalerische Klangbilder mit metaphorischem Gehalt (Carus): Mit nur 25 Jahren starb die Komponistin Lili Boulanger, Schwester der berühmten Pianistin und Musikpädagogin Nadia Boulanger. Sie erhielt als erste Frau beim Prix de Rome einen Hauptpreis in der Sparte Musik. Vokalkompositionen nehmen den wichtigsten Platz in ihrem Werk ein. Als thematischer Hintergrund ihrer duftig-zarten Chormusik, die unter dem Titel „Hymne au Soleil“ erschienen ist, ist unschwer die Natur zu erkennen, die sie mit sinnlichen Klängen in facettenreicher Art zeichnet. Das Orpheus Vokalensemble nahm anlässlich ihres 100. Todestages zusammen Pianist Antonii Baryshevskyi 15 Werke der Künstlerin auf, die einen Eindruck ihrer originellen Tonsprache und ihrer poesievollen Gestaltung geben.
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