Bezirk Imst

Höchste Erfüllung, tiefste Verneigung: Bezirksjägermeister dankt ab

Norbert Krabacher hält die letzte Einladung in Händen, die er als Bezirksjägermeister unterzeichnet: die Bezirksversammlung am 11. Mai, in der sein Nachfolger gekürt wird.
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Nach 18 Jahren an der Spitze der Jägerschaft ist die Trophäenschau am Samstag für Norbert Krabacher die letzte als Bezirksjägermeister. Ihm wurde die höchste Auszeichnung zuteil, Sorgen machen Hund und Wolf.

Von Hubert Daum

Imst –Er nimmt seinen Hut – für einen Jäger wohl die treffendste Metapher für einen Abschied. „Nach 18 Jahren als Bezirksjägermeister und 44 Jahren als Vortragender im Jungjägerkurs ist nun Schluss“, kommentiert Norbert Krabacher seine Entscheidung, die im Rahmen der Trophäenschau am kommenden Wochenende im Imster Glenthof auch offiziell zu hören sein wird.

Der 74-Jährige übergibt bei der Bezirksversammlung am 11. Mai im Gurgltaler Hof in Tarrenz einen Jagdbezirk, der mit seinen zehn Hegekreisen als Vorzeigebezirk in Tirol gilt, was die Erfüllung der Abschussvorgaben anbelangt. Krabacher: „Wir sind schon jahrelang an der Spitze. Aber die Quote des vergangenen Jagdjahres, das ja mit 31. März zu Ende ging, übertrifft mit 99,8 Prozent alle früheren Ergebnisse.“ Die Zusammenarbeit Jäger, Jagdpächter, Jagd- und Forstbehörde sei exzellent: „Wenn du ein gutes Einvernehmen hast, kommen auch vernünftige Abschussvorgaben zustande.“ So waren im abgelaufenen Jagdjahr insgesamt 3414 Stück Rot-, Gams-, Reh-, Muffel- und Steinwild zu erlegen, mit einem Abgang von 3407 Stück liegt man bei fast 100 Prozent. Dabei rechnet man nach diesem Winter zudem mit mehr Fallwild als im letzten Jahr.

Für Krabacher ist natürlich der Niedergang des Arbeitsplatzes Berufsjäger durch die Teilung der Reviere nur schmerzlich zu ertragen: „Früher hatten wir rund 15 Berufsjäger im Bezirk, jetzt sind es noch sechs.“ Fünf davon gehen in der 22.000 Hektar großen Pitztaler Landesjagd auf die Pirsch, ein beruflicher Weidmann wirkt in der Jagd Tarrenz-Nord. Zumindest beruhige die Aussicht, dass laut Koalitionsübereinkommen eine Teilung der Landesjagd nicht zur Debatte steht.

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Zur Debatte stehen allerdings jene Jäger, die vermehrt in der Nähe der Wanderwege dem Wild nachstellen. Die haben nämlich vier Beine. „Die freilaufenden Hunde, speziell bei den Spazierwegen rund um Tarrenz und Imst, sind mittlerweile ein Problem“, sieht der Tarrenzer Handlungsbedarf bei den Hundehaltern, ihre Lieblinge „onlein“ mitzuführen, „im vergangenen Winter wurden nur in diesem Gebiet gleich elf Rehe und zwei Gamskitze von Hunden gerissen. Das ist ein Wahnsinn.“ Ein anderer Vierbeiner könnte in Zukunft zusätzliche Probleme machen: der Wolf. Krabacher: „Wir dürfen nicht meinen, dass uns der ungebetene Gast geographisch noch nicht tangiert. In der Nähe der Obsteiger Fütterung wurde ein Wolf bereits fotografiert.“ Auch beim Tarrenzer Brennjursee sei ein Exemplar gesichtet worden. Wobei der Wolf in erster Linie für die Landwirtschaft ein Problem darstelle, erst in zweiter Linie für die Jägerei.

Alles andere als ein Problem, sondern eine tiefe Verneigung erlebte der Scheidende in der jüngsten Vollversammlung des Tiroler Jägerverbandes (TJV): Norbert Krabacher wurde mit der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens und des Titels „Jägermeister“ die höchste Ehre zuteil, die der TJV zu vergeben hat.

Die Bezirkstrophäenschau als würdiger Abschluss des Jagdjahres geht am kommenden Samstag und Sonntag im Glenthof über die Bühne.