Ärger über weniger Hortplätze in Innsbruck
Im städtischen Schülerhort Angergasse werden keine Kinder mehr aufgenommen, da der Platz für den Kindergarten gebraucht wird.
Von Denise Daum
Innsbruck –Aufnahmestopp heißt es im städtischen Schülerhort Angergasse in Innsbruck. Grund für das Zurückfahren der Betreuungsplätze für Volksschüler ist die Ausweitung des Kindergartens Angergasse, wofür ein Gruppenraum des Horts gebraucht wird. Die Eltern trifft das plötzlich – „Ende Jänner gab es noch einen Tag der offenen Tür“, wie Bettina Waldauf und Petra Stöckl vom Elternbeirat des Horts erklären. Sie wollen nicht hinnehmen, dass so „kurzfristig Plätze gestrichen werden, wo es doch so schon jedes Jahr viel mehr Anmeldungen als Plätze gibt“. Die von der Stadt angebotenen Alternativplätze im Tagesheim der Volksschule Angergasse sind für die beiden Elternvertreterinnen keine wirkliche Alternative. „Die Qualität im Hort ist eine andere. Dort können die Kinder den Nachmittag viel freier gestalten, die pädagogische Qualität ist auf einem sehr hohen Niveau“, sagt Waldauf. Zudem seien im Unterschied zum Tagesheim die Abholzeiten flexibler und das Betreuungsangebot ganzjährig, ergänzt Stöckl. „Es sollte nicht sein, dass die Stadt ausgerechnet das qualitätsvollste Angebot zurückfährt“, sagt die Elternvertreterin. Die beiden Mütter fordern, nicht bei der Kinderbetreuung zu sparen. Im Garten gebe es genügend Platz, um eine mobile Einheit aufzustellen. Auch ein Zubau wäre machbar.
Der zuständige Stadtrat Ernst Pechlaner (SPÖ) betont auf Nachfrage der TT, dass kein Kind auf der Straße stehe, da im Tagesheim Angergasse Platz für alle sei. Auch wenn er einräumt, dass dort die Abholzeiten nicht so flexibel sind wie im Hort – das kann die Stadt im Übrigen nicht beeinflussen –, „die Qualität im Tagesheim ist ausgezeichnet“. Es sei notwendig gewesen, den Kindergarten ab Herbst aufzustocken und im Gegenzug die Hortplätze zu reduzieren. „Wir haben nun auch im Kindergarten ein ganztägiges Betreuungsangebot“, erklärt Pechlaner. Dem Vorschlag der Elternvertreterinnen zum Erhalt der dritten Hortgruppe kann er nichts abgewinnen: „Einen Container im Garten lehne ich dezidiert ab“, so der Stadtrat. Auch einen Zubau kann er – aus heutiger Sicht – ausschließen.
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