Schutzgeldfreie Betriebe auf Sizilien setzen auf E-Commerce
Palermo (APA) - Schutzgeldfreie Betriebe auf Sizilien rücken zusammen und bieten komplett mafiafreie Produkte im Internet an. Konsumenten kö...
Palermo (APA) - Schutzgeldfreie Betriebe auf Sizilien rücken zusammen und bieten komplett mafiafreie Produkte im Internet an. Konsumenten können damit aktiv zum Kampf gegen das organisierte Verbrechen beitragen. Auf der Webseite des „AddiopizzoStore“ werden sizilianische Lebensmittel, Kleider, CDs und Bücher mit dem Logo „Addiopizzo“ („addio = Auf Wiedersehen, pizzo = Schutzgeld“) angeboten.
Das Logo ist auf Sizilien ein Gütesiegel und bezieht sich auf die gleichnamige Bürgerinitiative „Addiopizzo“, der sich seit 2006 eine stetig steigende Anzahl von Geschäftsleuten und Unternehmern aus Sizilien angeschlossen hat. Diese verpflichten sich, der Mafia kein Schutzgeld zu zahlen. Inzwischen zählt „Addiopizzo“ sizilienweit bereits über 1.000 Betriebe.
Geschäfte, Restaurants, Hotels und andere touristische Betriebe tragen auf der Festerscheibe das Logo von „Addiopizzo“. Mit der Einrichtung eines E-Commerce-Stores will der Verband jetzt auch Produzenten ohne ein eigenes Geschäft die Möglichkeit bieten, ihre Produkte zu verkaufen. „Wir wollen kritische Konsumenten vernetzen, die begreifen, dass mit jedem Brot, das sie beim Bäcker kaufen, jeder Pizza, die sie essen, indirekt die Mafia finanziert wird, die von den Eigentümern pizzo kassiert. Wir wollen diejenigen unterstützen, die die Mafia nicht bezahlen“, betonten die Organisatoren der Webseite.
Seit 2010 werden die „pizzofreien“ Adressen auch touristisch vermarktet. Angeboten werden etwa komplett „mafiafreie“ Sizilien-Touren. Schutzgeldfreie Betriebe in Palermo, Monreale und Mondello stehen hier auf dem Programm, ebenso die Besichtigung ehemaliger Grundstücke, die dem organisierten Verbrechen rund um Corleone entzogen wurden.
(S E R V I C E - „Addiopizzo-Store“: www.addiopizzostore.com)
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