Verletzter Palästinenser aus Gaza darf zur Behandlung nach Ramallah

Jerusalem/Gaza (APA/dpa) - Ein bei Protesten im Gazastreifen verletzter Palästinenser darf sich im Westjordanland behandeln lassen, um sein ...

Jerusalem/Gaza (APA/dpa) - Ein bei Protesten im Gazastreifen verletzter Palästinenser darf sich im Westjordanland behandeln lassen, um sein verbleibendes Bein zu retten. Israels Höchstes Gericht entschied am Montag, der 20-Jährige dürfe den Gazastreifen für die Notfallbehandlung verlassen.

Israel hatte nach Angaben der „Jerusalem Post“ argumentiert, man wolle dem jungen Mann die Ausreise nicht erlauben, weil er an Massenprotesten im Grenzbereich teilgenommen hatte.

Der Palästinenser war bei massiven Protesten am Karfreitag an der Grenze des Gazastreifens zu Israel durch Schüsse schwer an beiden Beinen verletzt worden. Um eine angemessene medizinische Versorgung zu gewährleisten, beantragte die Menschenrechtsorganisation Adalah beim Höchsten Gericht eine Genehmigung für eine Ausreise aus dem Gazastreifen. Während der Verhandlungen musste bereits ein Bein amputiert worden. Adalah hofft nun, dass das zweite Bein des Mannes im Krankenhaus in Ramallah gerettet werden kann.

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte die Genehmigung verweigert, weil Israel sich im Krieg mit dem Gazastreifen befinde. Israel erlaube nur in humanitären Fällen, bei denen es um Leben und Tod geht, eine Ausreise aus dem blockierten Palästinensergebiet. Es behalte sich das Recht vor, Gaza-Einwohnern, die mit der dort herrschenden radikal-islamischen Hamas-Bewegung verbunden seien, die Ausreise zu verweigern. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty hatte sich für eine Ausreisegenehmigung für den 20-Jährigen stark gemacht.

Bei Massenprotesten an der Gaza-Grenze sind seit Ende März 35 Palästinenser getötet und Hunderte durch Schüsse verletzt worden. Anlass der Proteste ist der 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung, die von Palästinensern als Katastrophe angesehen wird.