Personalnot im Tourismus hat viele Facetten
Im Tiroler Tourismus herrscht Not an Mitarbeitern, besonders einheimische Arbeitskräfte fehlen. Darüber gab es eine Podiumsdiskussion in Landeck.
Von Nina Schrott
Landeck – „Das Personal bestimmt die Qualität eines Betriebes.“ Darüber waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion vorigen Freitag am Campus Landeck zum Dauerbrenner „Personalmanagement im Tourismus“ einig. In Zeiten, in denen Dienstgeber im Hotel- und Gastronomiegewerbe nicht unbedingt den besten Ruf genießen, wird die Mitarbeitersuche immer schwieriger. Ende November 2017 hieß es, in Tirol würden 900 Köche fehlen.
Andreas Mölk, Mitarbeiter der Universität Innsbruck, eröffnete die Debatte mit Daten seiner Studie zur Arbeitsplatzzufriedenheit im Tourismus. Befragt wurden Angestellte unterschiedlicher Berufe in Hotels aller Kategorien.
Fazit: Mitarbeiter würden vor allem in der Hochsaison unter schlechtem Arbeitsklima leiden. „Es wird geschrien, gekeift, Menschen stehen unter enormem Druck“, heißt es in einem der Interviews. „Ähnliche Missstände gibt es auch in anderen Branchen. Da die Situation im Gastgewerbe aber so eklatant ist, müssen wir uns darauf konzentrieren“, fordert Mölk.
Pauschalierungen „über allgemein schlechte Arbeitsbedingungen“ weist Junghotelier Christopher Penz aus St. Anton klar zurück. Schwarze Schafe gebe es immer. Geschäftsführerin Simone Zangerl vom TVB Tirol-West spricht von „klaren Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen“ für Mitarbeiter. Ständig auf das Gastgewerbe „einzudreschen“ sei wenig zielführend.
Gregor Hoch, Hotelier in Lech sowie Landeck, stellte fest: Betrachte man die Anzahl der Arbeitsplätze, wachse der Tourismus unverhältnismäßig schneller als andere Branchen. Gleichzeitig würden weniger Fachkräfte ausgebildet – ein zentraler Faktor für Personalnot. Außerdem sehe er, wie auch Mölk, ein Problem in der Größe der meisten Häuser. Professionelle Methoden des Personalmanagements seien auf Klein- und Mittelbetriebe meist nicht anwendbar. „Die Branche boomt, der Markt wächst, trotzdem leiten viele ihre Betriebe noch wie vor 50 Jahren“, zeigte Mölk auf.
Mit Kampagnen, welche die Attraktivität einer Region als Arbeitsplatz hervorheben, soll der Mangel eingedämmt werden. „Sehen potenzielle Mitarbeiter, dass die Infrastruktur in einem Ort passt, so ist eine Anstellung dort viel mehr wert“, so Hoch. Der Fokus soll auf Mitarbeiterhäusern und speziellen Angeboten für die Arbeitnehmer liegen. Die Bezahlung sei zwar wichtig, aber eher zweitrangig.
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