Brasilien

Obdachlose protestierten mit Besetzung gegen Lulas Haft

Die Aktivisten zogen nach vier Stunden wieder aus dem besetzten Appartement ab.
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Rund 50 Menschen drangen am Montag in die dreistöckige Wohnung in Sao Paulo ein, die nach Feststellung der Justiz von einem Baukonzern für Lula im Gegenzug für Staatsaufträge modernisiert worden ist.

Brasilia, Sao Paulo – Brasilianische Obdachlose haben vorübergehend das Appartement besetzt, dessen Umbau zur Verurteilung des Ex-Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva geführt hat. Rund 50 Menschen drangen am Montag in die dreistöckige Wohnung in Sao Paulo ein, die nach Feststellung der Justiz von einem Baukonzern für Lula im Gegenzug für Staatsaufträge modernisiert worden ist.

Der ehemalige Staatschef bestritt vor Gericht, Eigentümer des Appartements zu sein. „Wenn Lula der Eigentümer der Wohnung ist, dann gehört sie dem Volk“, erklärte der Vorsitzende der Bewegung Obdachloser Arbeiter (MTST), Guilherme Boulos. Der Prozess gegen Lula sei eine Farce gewesen. Der Ex-Präsident (2003-2011) wurde zu zwölf Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt. Anfang April wurde er in Haft genommen.

Die Aktivisten zogen nach vier Stunden wieder aus dem besetzten Appartement ab. Die Arbeiterpartei (PT) hält trotz der Verurteilung und Inhaftierung Lulas an seiner Kandidatur für die für Oktober angesetzte Präsidentenwahl. Das Oberste Wahlgericht muss im August entscheiden, ob er sich trotz des Urteils in zweiter Instanz zur Wahl stellen darf. Lula gilt nach Umfragen weiter als Favorit für die Wahl. (APA/dpa)