Raul Castro: Loyaler Soldat im Schatten des Maximo Lider
Havanna (APA/dpa) - Das Charisma seines großen Bruders Fidel hatte er nie. Raul Castro war stets ein treuer Parteisoldat, überzeugter Kommun...
Havanna (APA/dpa) - Das Charisma seines großen Bruders Fidel hatte er nie. Raul Castro war stets ein treuer Parteisoldat, überzeugter Kommunist und akribischer Arbeiter. Nach zwölf Jahren an der kubanischen Regierungsspitze macht der General nun Platz für seinen Nachfolger aus der jüngeren Generation. Erstmals seit fast 60 Jahren wird der erste Mann im Staate dann nicht mehr Castro heißen.
Raul Castro nahm nach jahrzehntelanger Eiszeit wieder Kontakt zum Erzfeind USA auf und leitete vorsichtige wirtschaftliche Reformen ein. Die absolute Macht der kommunistischen Regierung und das sozialistische Gesellschaftsmodell stellte er allerdings nie infrage. „Ich bin nicht gewählt worden, um den Kapitalismus wieder einzuführen“, sagte er einmal.
Bis zu dessen Tod Ende 2016 stand Raul immer eng an der Seite von Fidel Castro. Gemeinsam führten sie die Rebellenarmee zum Sieg gegen Diktator Fulgencio Batista und errichteten ein sozialistisches Bollwerk im Hinterhof der USA. Als Verteidigungsminister machte Raul Castro die kubanischen Streitkräfte mit sowjetischer Hilfe zeitweilig zur stärksten Truppe Lateinamerikas.
2006 übergab der schwer kranke Fidel die Regierungsgeschäfte an seinen „ewigen Stellvertreter“. Zwei Jahre später wurde Raul auch formell Vorsitzender des Ministerrats (Regierungschef) und 2011 Chef der Kommunistischen Partei. Ganz will Castro auch nach seinem Rücktritt als Staatschef die Zügel noch nicht aus der Hand geben: Mindestens bis 2021 soll er an der Spitze der mächtigen Partei bleiben.
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