Vom Imster Marktplatz zum städtischen Parkplatz
Eine Ausstellung im Ballhaus wirft einen Blick auf die mehr als 700-jährige Geschichte des einst so zentralen Platzes der Stadt Imst.
Imst –Das städtische Museum im Ballhaus stellt zurzeit den traditionsreichen Imster Stadtplatz vor. Allein die gezeigten Fotografien beleuchten die letzten 150 Jahre. Die Geschichte des Imster Stadtplatzes beginnt aber im 13. Jahrhundert, als im Zuge der Markterhebung 1282 durch Landesfürst Meinhard II. ein „Marktplatz“ angelegt wurde. Über Jahrhunderte war er das wirtschaftliche Zentrum dieses Marktfleckens, Sitz der Verwaltung, Ort politischer Kundgebungen, religiöser Veranstaltungen und kultureller Feste. „Auf den Fotos sieht man gut die Geschichte: Von den Verabschiedungen von Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg über Nazi-Aufmärsche bis hin zu den Veranstaltungen von heute“, zeigt sich Kulturstadtrat Christoph Stillebacher beeindruckt.
Bis in die Jahre um 1960 erfüllte der Platz auch seine ihm zugedachte Funktion: Die Krämermärkte wurden hier abgehalten. Durch die Verlegung der Viehmärkte nach Brennbichl verlor der Stadtplatz seine Funktion als Marktplatz. Bis zum Bau des Amtsgebäudes am jetzigen Rathausplatz hinter der Sparkasse war er der Sitz des Bezirksgerichtes und der Gendarmerie. Auch ein kleines Gefängnis gab es dort. Im benachbarten Ballhaus logierte jahrelang das Stadtamt.
Mit dem Abriss des ältesten Gasthofes von Imst, dem Gasthof Bären, im Jahre 1971 veränderte sich das bauliche Gesicht des Platzes. Ein kleines Detail: Die Brunnenfigur des hl. Antonius blickte früher nach Süden, inzwischen nach Norden. Heute ist der Platz in erster Linie – und zum großen Leid der Historiker– zum Parkplatz verkommen. Immer wieder taucht ein Diskussionsthema auf: Der Stadtplatz soll autofrei werden.
Ab und zu ist der Stadtplatz heute noch Teil des städtischen Geschehens. Zweimal im Jahr bei den Prozessionen, bei welchen hier ein Evangelium gelesen wird, und bei kulturellen Veranstaltungen wie dem Herbstfest der Stadtgemeinde oder dem Großen Zapfenstreich der Schützenkompanie. Und natürlich beim Schlusskroas des Schemenlaufens.
Zur Ausstellung sprachen Kulturstadtrat Christoph Stillebacher, Stadtchronist Franz Treffner (er wuchs am Stadtplatz auf) und Sabine Schuchter. Die Vernissage wurde musikalisch vom Duo unisono umrahmt. (peja)
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