Gesellschaft

Kaiseraufstieg wegen Steinschlaggefahr gesperrt

Schon seit Tagen sind die Stufen ins Kaisertal verbarrikadiert – eine so genannte Krainerwand muss erneuert werden.
© Michael Mader

Eine Holzwand, die als Steinschlagschutz dient, ist gebrochen. Fußgänger dürfen ausnahmsweise über den Tunnel ins Kaisertal.

Von Michael Mader

Ebbs, Kufstein –Schlechte Nachrichten gibt es derzeit für alle Wanderer, die über die Stufen ins Kaisertal gelangen wollen. Durch einen Steinschlag ist in der vergangenen Woche eine so genannte Krai­nerwand auf dem Weg zum „schönsten Platz Österreichs des Jahres 2016“ gebrochen.

„Der Holzverbau war morsch. Die Wand ist sicher schon mehr als 50 Jahre, wenn nicht 100 Jahre alt“, weiß der Ebbser Bürgermeister Sepp Ritzer. Seit dem Steinschlag ist der Weg aus Sicherheitsgründen gesperrt, bis die neue Wand fertig gestellt ist.

Das ist jedoch relativ aufwändig: Schweres Bohrgerät musste bereits ins Kaisertal geflogen werden. Eisenanker werden in den Fels gebohrt, damit der Schutz vor Steinschlag an dieser Stelle wiederhergestellt werden kann. Ritzer glaubt, dass die Arbeiten bis zum Freitag abgeschlossen werden können und der Weg wieder geöffnet werden kann.

In der Zwischenzeit werden Wanderer zum Kaisertaltunnel umgeleitet. Der ist an und für sich für Radfahrer und Fußgänger gesperrt. Nur Bewohner des Kaisertals und weitere Berechtigte dürfen hier mit ihren Fahrzeugen fahren. Ritzer: „Aus diesem Grund weisen wir die Autofahrer auch ausdrücklich darauf hin, dass derzeit mit Fußgängern zu rechnen ist und sie dementsprechend vorsichtig fahren müssen.“

Sehr zum Ärger einiger Wanderer ist am gebührenpflichtigen Parkplatz beim Kaiseraufstieg allerdings kein Hinweis bezüglich der Sperre zu finden. Ebenfalls nicht bei den ersten Treppen. Erst wenn man diese überwunden hat, sind sowohl die Sperre als auch ein Umleitungsschild ersichtlich. „Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir natürlich keine Parkgebühr bezahlt, weil wir nicht durch den Tunnel gehen möchten“, ärgern sich beim Lokalaugenschein der Tiroler Tageszeitung zwei Damen aus Kiefersfelden. Bürgermeister Ritzer merkt dazu an, dass man über den Umleitungsweg in gut fünf Minuten durch den Wald im Bereich des Tunnels sei. Wer das allerdings nicht will, habe ein Problem. „Ich werde veranlassen, dass ein entsprechender Hinweis beim Parkplatz angebracht wird“, verspricht Ritzer.

An der Einfahrt zum Kaisertaltunnel werden Autofahrer darauf hingewiesen, dass derzeit auch Fußgänger im Tunnel unterwegs sein können.
© Michael Mader

Wie viel der Neubau der Krainerwand kosten wird, kann er allerdings noch nicht sagen. Da es sich um einen Interessentschaftsweg handelt, werden die Kosten aufgeteilt werden. Ritzer hofft, dass ein Teil der Kosten aus dem Katastrophenfonds bezahlt wird. Er rechnet mit etwa 25 bis 30 Prozent, die übernommen werden könnten.

Wegen Forstarbeiten kurzfristig gesperrt werden musste in der vergangenen Woche auch der Ritzauweg im Kaisertal. Am Weg zur Ritzaualm sind laut Förster Markus Oberbichler dürre Bäume umgeschnitten worden: „Das war aber schneller vorbei, als wir gedacht hatten. Der Weg war nur einen Vormittag gesperrt.“