Bühne

„Der nackte Wahnsinn“ am Landestheater: Es wird schon schiefgehen

© Larl

Am Tiroler Landestheater bricht „Der nackte Wahnsinn“ in Komödienform aus.

Von Markus Schramek

Innsbruck –So etwas nennt man wohl eine Spaßgarantie: „Es wird kein Auge trocken bleiben“, verheißt Regisseur Philipp Jescheck. „Es ist wie im echten Leben: Man fällt hin, steht wieder auf, fällt wieder hin – und wenn man von außen zuschaut, ist es komisch.“ Den Theatermann, mit 36 ein Jungspund seines Fachs, hat „Der nackte Wahnsinn“ gepackt. So heißt jene Komödie, die Jescheck am Tiroler Landestheater inszeniert (Premiere am Samstag).

„Hoffentlich geht alles planmäßig schief!“, kann man dem Ensemble da nur wünschen. Denn das Stück des Briten Michael Frayn (Originaltitel: „Noises Off“) lebt von Gags, Wortwitz und von Requisiten, die nie da sind, wo sie hingehören – Sardinen aus der Dose beispielsweise.

Die Zuseher wird solch chaotisches Treiben zum Schenkelklopfen animieren, für die Schauspieler bedeutet es höchste Konzentration. „Auf der Bühne ist das leichte Fach das schwerste überhaupt“, sagt Jescheck.

Vorab will der Regisseur nicht zu viel verraten, schon gar nicht manch schräg-komische Pointe. Daher nur so viel: In „Der nackte Wahnsinn“ geht es um eine Theatertruppe, die eine Komödie auf die Bühne zu bringen versucht. Schauspieler spielen also Schauspieler.

Das Publikum bekommt das turbulente Geschehen, immer dieselbe Stelle des Stücks, in drei Phasen zu sehen: bei der Generalprobe, bei einer Vorstellung mitten im Spielplan (aus der Perspektive von hinter der Bühne) und schließlich beim letzten Auftritt. Da ist die Bühne, dem Interieur einer englischen Villa nachempfunden, schon ziemlich ramponiert. Denn zwischen den Mitgliedern des Ensembles fliegen sprichwörtlich die Fetzen. Es wird gestritten, gehadert, intrigiert.

„Wir Theaterleute nehmen uns selbst auf die Schaufel“, lautet Jeschecks Generalbefund. Die Abhängigkeiten eines Ensembles untereinander, verletzte Eitelkeiten, amouröse Verstrickungen: Ähnlichkeiten mit der realen (Theater-)Welt sind bei Frayn durchaus nicht zufällig.

Als Regisseur ist Jeschecks Platz bei der Aufführung abseits der Bühne; trotzdem steht er in der Auslage. Denn „Der nackte Wahnsinn“ ist seine erste Regiearbeit im Großen Haus. In den Kammerspielen ging der Deutsche schon zu Werke, zuletzt 2017 mit Kafkas „Prozess“. Eine gewisse Portion „freudiger Premieren-Nervosität“, gibt Jescheck auch unumwunden zu.

Einen Folgeauftrag am Landestheater hat der in München lebende Regisseur schon fix: 2019 inszeniert er Joseph Roths „Radetzkymarsch“.