Startklar für Straßenbauverhandlung in Fügen
Bei B169-Verkehrslösung in Fügen steht die Detailplanung. Ein besonderes Grundtauschkonzept ist geplant.
Von Angela Dähling
Fügen –Es darf kurz durchgeschnauft und Gas gegeben werden im Zillertal. Die Wintersaison mit ihren Samstag-Staus ist vorbei, demnächst wird der sommerliche Ausflugsverkehr wieder für Stillstand sorgen. Unterdessen wird in der Abteilung Verkehr und Straße des Landes auf Hochtouren am Verkehrsknoten Fügen gearbeitet, wie Abteilungsleiter Christian Molzer versichert. „Die Straßenbau-, Naturschutz- und wasserrechtlichen Verfahren können wir jetzt starten“, erklärt er. Denn inzwischen stehe die Detailplanung für die einst als „grüne Variante“ bezeichnete Straßenlösung und die Grundbeanspruchung somit auf den Quadratmeter genau fest. Erste Gespräche wurden mit den 36 Grundeigentümern und Eigentümergemeinschaften bereits geführt.
„Wir haben in Hinblick auf benötigte Tauschflächen bereits über den Landeskulturfonds Grundflächen in Fügen-Gagering angekauft“, informiert LHStv. Josef Geisler auf Anfrage der TT. Er habe nun den Auftrag gegeben zu eruieren, wer den für den Straßenbau benötigten Grund an das Land verkaufen und wer stattdessen Grund tauschen will. „Flurbereinigungsprozess“ nennt Molzer das, was in Sachen Grundtausch hier passieren soll. Dabei werden landwirtschaftliche Flächen von mehreren betroffenen Bauern in einen Topf geworfen und dann neu aufgeteilt. Und zwar so, dass für die Bauern danach zusammenhängende Flächen entstehen. Für das Straßenbauprojekt werden ca. 4,7 Hektar Grund benötigt. „Sechs Hektar Tauschgrund hat das Land in Gagering, einen Hektar hätte die Gemeinde“, ergänzt Fügens Bürgermeister Dominik Mainusch. Bei der Berechnung für die Größe des Tauschgrundes gelten u. a. die Hofnähe und Fruchtbarkeit des Bodens als Parameter.
„Wir haben bereits alle Betroffenen an einem Tisch gehabt und die Stimmung war positiv“, sagt Mainusch. Ob der weitere Zeitplan eingehalten werden kann, hänge davon ab, ob die Flächenaufteilung reibungslos über die Bühne gehe und ob es bei der für Mai geplanten straßenbaurechtlichen Verhandlung Einsprüche gibt. „Wenn nicht, und alle zustimmen, könnte 2019 der Baustart erfolgen“, sagt Mainusch. Einen weiteren Unsicherheitsfaktor gebe es aber noch: „Ob das Land den politischen Willen zur raschen Umsetzung zeigt und auch das nötige Geld zur Verfügung stellt“, meint Mainusch. LHStv. Josef Geisler beruhigt: „Das Projekt steht ganz oben auf der Prioritätenliste und scheitert auch ganz sicher nicht am Geld. Die Finanzierung ist gesichert, auch wenn die Kosten momentan anhand der Detailpläne noch berechnet werden müssen. Sie wird wie der Straßenbau auf zwei, drei Jahre aufgeteilt“, sagt Geisler. Es seien „ziemlich alle mit dem Projekt einverstanden, bis auf einige wenige Private“. Die würden vielleicht bis zum Schluss pokern. „Sie können sich entweder vom Richter sagen lassen, was sie kriegen, oder sich zuvor mit uns einigen“, macht Geisler deutlich.
Eine erste Bilanz zieht unterdessen BHStv. Wolfgang Löderle hinsichtlich der an Stau-Samstagen erfolgten Verkehrsregelungen durch Polizei und Security entlang der Ausweichrouten im vorderen Zillertal. „Strass, Schlitters und Bruck wurden entlastet, aber das Problem des Abreiseverkehrs hat sich Richtung Süden nach Stumm verlagert“, erklärt er. Dort seien die Staugeplagten dann bereits auf das niederrangige Straßennetz ausgewichen. „Stumm und auch das südliche Hart werden wir künftig miteinbeziehen müssen“, sagt Löderle. Zunehmende innerörtliche Probleme gebe es durch die Bergbahnattraktivierung auch in Fügen. In Mai seien ein Erfahrungsaustausch und Treffen mit Polizei, Security, Bürgermeistern und Verkehrsexperten geplant. Auch die künftige finanzielle Abgeltung durch das Land sei abzuklären.
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