Innsbruck-Wahl: Bürgermeisterin Oppitz-Plörer sieht „offenes Rennen“
Innsbruck (APA) - Für die amtierende Stadtchefin Christine Oppitz-Plörer (FI) ist wenige Tage vor der Innsbrucker Gemeinderats- und Bürgerme...
Innsbruck (APA) - Für die amtierende Stadtchefin Christine Oppitz-Plörer (FI) ist wenige Tage vor der Innsbrucker Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl das Rennen nach wie vor „offen“. „Ich kämpfe um jede Stimme“, sagte die 49-Jährige im Interview mit der APA. Sollte sie es nicht in die Stichwahl schaffen bzw. als Bürgermeisterin abgelöst werden, will Oppitz-Plörer jedenfalls der Stadtregierung erhalten bleiben.
„In einer Stadt wie Innsbruck ein Ressort leiten zu dürfen, ist auch eine sehr schöne Aufgabe“, sagte sie. Wer ihr von den nach Umfragen auf Augenhöhe befindlichen Bürgermeisterkandidaten, Georg Will (Grüne) oder Rudi Federspiel (FPÖ), in der Stichwahl als Konkurrent lieber wäre, wollte Oppitz-Plörer nicht beantworten: „Darauf verschwende ich keinen Gedanken“. Schließlich könne sie es ohnedies nicht beeinflussen. Angesprochen auf die eigenen (ausbaufähigen) Umfragewerte (die jüngste Erhebung des Innsbrucker Stadtblattes sah die amtierende Bürgermeisterin in der Direktwahl bei 26 Prozent und ihre Fraktion Für Innsbruck bei 16 Prozent) meinte die Stadtchefin: „Das liegt zum einen daran, dass das Feld der antretenden Fraktionen und Kandidaten sehr breit ist, zum anderen wird es immer schwieriger, einen Amtsbonus zu erzielen“. Außerdem seien die Umfragedaten angesichts einer Schwankungsbreite von +/-4,5 Prozent auch einigermaßen vage.
Sie sei jedenfalls „zuversichtlich“, erklärte die Für Innsbruck-Spitzenkandidatin: „Wir haben Bilanz gelegt und sie jedem Haushalt zukommen lassen, genauso wie das Wahlprogramm. Unsere Bilanz kann sich sehen lassen“. Den eher ungewöhnliche Wahlslogan „C wie zusammen“ und auch dass Für Innsbruck auf Plakaten mit einem vierfärbigen „C“ mit den Farben der Konkurrenten wirbt, erklärte die Stadtchefin so: „Das soll die Zusammenarbeit ausdrücken. Keiner muss sich dafür schämen, was wir geleistet haben.“ Sie habe als Bürgermeisterin stets darauf geachtet, einen Interessensausgleich herzustellen und dabei auch anderen Fraktionen den Rücken freigehalten. Dass die eigene Liste dadurch in den Hintergrund gedrängt werden könnte, stellte sie in Abrede.
Wie viele Fraktionen es nach der Wahl für die Bildung einer stabilen Stadtregierung brauche, entscheide der Wähler. Drei Fraktionen mit einer knappen Mehrheit könnten aber zu aus ihrer Sicht zu wenig sein: „Es braucht stabile Verhältnisse und daher eine 60-plus-Mehrheit“. Eine „bürgerliche Koalition“ aus Für Innsbruck, ÖVP und FPÖ wie sie von ÖVP-Spitzenkandidaten Franz Gruber ins Spiel gebracht wurde, schloss Oppitz-Plörer nicht von vornherein aus: „Aber zuerst wird gewählt, dann gezählt und dann schaut man weiter, wo es stabile Mehrheiten gibt.“
Insgesamt halte sie den Wahlkampf für „sehr fair“. Wichtig sei, die Leute zu bewegen, zu den Urnen zu gehen. Denn die Wahlbeteiligung von 52,3 Prozent im Jahr 2012 (die niedrigste seit 1945, Anm.) sei jedenfalls „verbesserungswürdig“. „Bei zwölf antretenden Listen kann jede Stimme wahlentscheidend sein“, hob die Stadtchefin hervor: „Insbesondere für die Kleinen“. Sollte sie wieder Bürgermeisterin werden, dann sollte die neue Stadtregierung bis zur konstituierenden Gemeinderatssitzung am 24. Mai stehen: „Das sind drei Wochen für die Bildung, das dürfte genug sein“.
Nachdem in der abgelaufenen Periode viel Infrastruktur in der Landeshauptstadt geschaffen worden sei, wie etwa der Straßenbahnausbau, der allen Beteiligte sehr viel abverlangt habe, soll die kommende Periode sich dem „Leben in Innsbruck“ widmen. „Dem Stadtleben muss mit Herz und Verstand Raum gegeben werden“, meinte sie. Unter anderem kündigte die Stadtchefin in diesem Zusammenhang etwa eine „Lange Nacht der Kunst und Kultur“ oder ein internationales Stadtfest an. „Wir haben viel Infrastruktur geschaffen, jetzt geht es darum, dem Leben in der Stadt Raum zu geben.“
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