DekaBank legt wegen Cum-Cum-Steuertricks 64 Mio. Euro beiseite
Frankfurt (APA/Reuters) - In der „Cum-Cum“-Affäre um Steuertricks mit Dividendenpapieren trifft die DekaBank Vorsorge für mögliche Straf- un...
Frankfurt (APA/Reuters) - In der „Cum-Cum“-Affäre um Steuertricks mit Dividendenpapieren trifft die DekaBank Vorsorge für mögliche Straf- und Steuernachzahlungen. Das Wertpapierhaus der Sparkassen legte dafür 64 Mio. Euro beiseite, sagte Deka-Finanzchef Matthias Danne am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz.
Danne betonte, dass es sich nicht um eine Rückstellung, sondern um eine sogenannte Eventualverbindlichkeit handle - die Wahrscheinlichkeit, dass die Deka die Summe tatsächlich zahlen müsse, liege bei unter 50 Prozent.
Bei „Cum-Cum“-Transaktionen reichten ausländische Anleger ihre Aktien kurz vor dem Dividendenstichtag an deutsche Banken oder Fonds weiter, die anders als sie keine Kapitalertragsteuer auf die Dividende zahlen mussten. Nach dem Stichtag bekamen sie die Papiere zurück, als „Belohnung“ erhielten die Inländer einen Teil der Dividende.
Die „Cum-Cum“-Transaktionen galten bis vor kurzem - anders als „Cum-Ex“ - meist als legales Steuerschlupfloch. Doch das Finanzministerium hält nach einem Schreiben vom Juli 2017 „Cum-Cum“-Geschäfte in den meisten Fällen für rechtswidrig. Damit würden zumindest Strafzinsen für die Jahre 2013 bis 2015 fällig. Nach einer Umfrage der Finanzaufsicht BaFin erwarten 77 Institute Belastungen von insgesamt gut einer halben Milliarde, wie im November bekannt wurde. Die Namen der Institute wurden nicht veröffentlicht und nur wenige Geldhäuser haben Angaben zu ihren „Cum-Cum“-Transaktionen gemacht.
Danne wollte sich am Dienstag nicht dazu äußern, ob die 64 Mio. Euro der Summe entsprechen, die die Deka der BaFin gemeldet hat. Sollte das der Fall sein, wäre die Deka in der Spitzengruppe - nur fünf Institute bezifferten in der BaFin-Umfrage ihre potenziellen Belastungen auf mehr als 50 Mio. Euro.
Die Deka hat bereits vor einiger Zeit eine interne Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob sie anderen Cum-Cum-Transaktionen ermöglicht hat. Bis jetzt gebe es dafür keine Hinweise, sagte Deka-Chef Michael Rüdiger. Daher halte das Wertpapierhaus auch erfolgreiche Forderungen der Finanzverwaltung für unwahrscheinlich. Die Deka hofft, die Datenanalyse bis Ende des Jahres abzuschließen. Das Steuerschlupfloch, das die Cum-Cum-Geschäfte ermöglichte, ist seit 2016 geschlossen.
Dank der Rekordnachfrage nach Fonds und Zertifikaten steigerte die Deka das wirtschaftliche Ergebnis 2017 um 8 Prozent auf 449 Mio. Euro. Die Nettovertriebsleistung legte 2017 um die Hälfte auf 25,7 (Vorjahr: 16,9) Mrd. Euro zu. Auch zu Jahresbeginn 2018 war die Nachfrage nach Fonds und Zertifikaten ungebrochen. „Die Nettovertriebsleistung lag in den ersten beiden Monaten bei 5,6 Milliarden Euro und damit um 1,4 Milliarden über dem guten Wert des Vergleichszeitraums im Vorjahr“, sagte Deka-Chef Rüdiger. Für 2018 erwartet er einen leichten Gewinnanstieg.
~ WEB https://www.deka.de/deka-gruppe ~ APA401 2018-04-17/15:41
Kommentare