Syrien

Israel stellt sich laut Medien auf Raketenangriff Irans ein

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Ein Fehlalarm in Syrien zeigt, wie angespannt die Stimmung in dem Bürgerkriegsland ist. Die zunächst blockierten Experten der OPCW kamen einen Tag früher als angekündigt in Duoma an.

Damaskus – Israel bereitet sich laut Medienberichten auf die Abwehr eines iranischen Angriffs aus Syrien vor. Israelische Medien veröffentlichten am Dienstag Luftaufnahmen, die Vorbereitungen der iranischen Luftwaffe auf Militärstützpunkten in dem Bürgerkriegsland zeigen sollen. Schon bald könnten Raketen oder bewaffnete Drohnen abgefeuert werden, wie TV-Sender sowie die Nachrichtenseite ynet meldeten.

Dahinter stehe Qasem Soleimani, ein Kommandant der iranischen Revolutionsgarden. Israels Armee wollte sich dazu nicht offiziell äußern.

Der Iran und die verbündete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah hatten Vergeltung für einen mutmaßlich von Israel ausgeführten Raketenangriff auf einen syrischen Militärflugplatz angedroht. Bei dem Angriff vor mehr als einer Woche waren 14 Menschen getötet worden, die Hälfte davon Iraner. Nach Medienberichten war darunter auch Oberst Mehdi Dehghan, der die Drohneneinheit auf dem Flugplatz befehligt habe. Der iranische Außenamtssprecher Bahram Ghassemi sagte dazu am Montag, Israel werde „früher und später die Antwort auf diese Angriffe erhalten, so dass das Regime seine Tat bereut“.

Flugabwehrraketen nach Fehlalarm eingesetzt

Ein Fehlalarm in Syrien verursachte unterdessen den Einsatz von Flugabwehrraketen. Die Streitkräfte wurden in der Nacht auf Dienstag in höchste Bereitschaft versetzt, Flugabwehrgeschütze feuerten in den Himmel. Staatliche Medien revidierten später ihre Darstellung eines Angriffs israelischer Kampfflugzeuge. Es habe keine Aggression von außen gegeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf Militärkreise.

Erst am Samstag hatten die USA, Großbritannien und Frankreich drei Ziele der syrischen Regierung angegriffen und dies mit dem mutmaßlichen Einsatz von Giftgas gerechtfertigt. Dieser gemeldete Chemiewaffeneinsatz in der Stadt Douma in Ost-Ghouta Anfang April hatte Helfern zufolge mindestens 42 Menschen getötet.

OPCW-Experten nach Douma gereist

Einen Tag früher als angekündigt reiste indes ein zunächst blockiertes Team der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) nach Douma. Die neun Experten waren am Samstag in Damaskus eingetroffen, bekamen aber zunächst keinen Zutritt. Großbritannien hatte Russland und Syrien vorgeworfen, die Ermittlungen zu blockieren. Das aber wies Russland entschieden zurück und begründete die Verzögerung mit „Sicherheitsfragen“.

Russlands Präsident Wladimir Putin hält eine Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasanschlags in der syrischen Stadt Douma durch OPCW-Experten für sehr wichtig. Die Experten der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen sollten die Vorwürfe sorgfältig und objektiv prüfen, sagte Putin einer Mitteilung des Kremls zufolge in einem Gespräch mit Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag. Merkel kündigte ein baldiges Treffen mit Putin an.f eine Zusammenarbeit mit Deutschland, hieß es am Dienstag aus Diplomatenkreisen in Paris.

Derweil stellten sich die G7-Staaten hinter den Luftangriff der Westmächte am Samstag. Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Japans, Kanadas, des Vereinigten Königreichs, der USA sowie der EU nannten die Attacke in einer gemeinsamen Erklärung „verhältnismäßig und notwendig“. (APA/dpa)