Katastrophen schrecken Rückversicherung-Investoren nicht ab
München (APA/Reuters) - Hedgefonds und andere Investoren schrecken trotz der kostspieligen Serie von Naturkatastrophen im Herbst nicht davor...
München (APA/Reuters) - Hedgefonds und andere Investoren schrecken trotz der kostspieligen Serie von Naturkatastrophen im Herbst nicht davor zurück, Geld in die Rückversicherung zu stecken. Die weltweite Rückversicherungsbranche hatte nach Berechnungen des Beraters Aon Benfield Ende vergangenen Jahres 605 Mrd. Dollar (489 Mrd. Euro) Kapital zur Abdeckung von großen Risiken zur Verfügung und damit so viel wie noch nie.
Vom Zuwachs von 10 Mrd. Dollar im Lauf des Jahres 2017 kamen 8 Mrd. Dollar aus alternativen Kapitalquellen und nur 2 Mrd. Dollar von den traditionellen Rückversicherern.
Zehn Jahre zuvor steckten erst 410 Mrd. Dollar in der Rückversicherung. Seit der Finanzkrise haben Investoren in der folgenden Niedrigzinsphase die Branche als Möglichkeit entdeckt, Kapital einerseits relativ lukrativ und andererseits unabhängig von anderen Anlageformen anzulegen. Das verhinderte, dass die angestammten Unternehmen der Branche die Preise erhöhen konnten.
Erst seit den Wirbelstürmen und Erdbeben, die im Herbst vor allem Nord- und Mittelamerika getroffen hatten, entspannt sich der Preisdruck etwas. Aon Benfield geht aber davon aus, dass der Wettbewerb angesichts des großzügig verfügbaren Kapitals auch in den Erneuerungsrunden im Juni und Juli hart bleiben werde - auch dort, wo die Rückversicherer tatsächlich Verluste zu tragen hatten. Vor allem Katastrophen-Anleihen, mit denen Risiken aus Stürmen, Erdbeben oder Überschwemmungen an den Kapitalmarkt weitergereicht werden, seien zu Jahresbeginn so zahlreich ausgegeben wie nie.
Im vergangenen Jahr summierten sich die versicherten Schäden aus Naturkatastrophen auf rund 136 Mrd. Dollar. Das ist laut Aon Benfield der zweithöchste Wert in diesem Jahrtausend. Nur 2011 war die Schadensbilanz mit 139 Mrd. Dollar etwas höher. Trotzdem schrieben die 21 größten Rückversicherer - unter ihnen die Münchener Rück, Swiss Re und die Hannover Rück - zusammen nach Aon-Berechnungen 4 Mrd. Dollar Gewinn. Zum einen seien die Erstversicherer auf einem Großteil der Schäden sitzengeblieben, zum anderen profitierten die Rückversicherer davon, dass sie Rückstellungen für Schaden aus früheren Jahren auflösen konnten.
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