Große Hypo-Brocken weg, Land bekommt fünf Millionen
Erwarten heuer ein Gewinnplus (von links): Alexander Weiß, Wilfried Stauder, Hans-Peter Hörtnagl und Johannes Haid. Foto: Vahrner
Innsbruck – Das Jahr 2017 sei für die zu 100 Prozent in Landesbesitz stehende Hypo Tirol Bank „wirklich zufrieden stellend“ verlaufen, sagten Aufsichtsratschef Wilfried Stauder und der Vorstand gestern bei der Bilanzpressekonferenz. Der risikobereinigte Gewinn (EGT) fiel von 38,3 auf 22 Mio. Euro, das Ergebnis nach Steuern von 26,5 auf 19 Mio. Euro. Die Ergebnisse seien allerdings nicht miteinander zu vergleichen, da das Ergebnis 2016 noch nicht um die Sondereffekte Heta bereinigt gewesen sei, betonte Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Hörtnagl.
Die Bilanzsumme der Bank (vor der Sanierung noch bei über 11 Mrd. Euro) wurde weiter von 7,6 auf 7,1 Mrd. Euro zurückgefahren. Laut Stauder liege man jetzt (wie bei der Mitarbeiterzahl von etwas über 500) auf der Zielgröße, die man bei der Neuausrichtung auf die Kernmärkte Tirol, Südtirol und Wien ausgegeben habe. Auch das Italien-Portfolio sei weiter reduziert worden, und zwar von ursprünglich noch rund 1,3 Mrd. Euro auf mittlerweile 420 Mio. Euro („hier sind viele gute Geschäfte drinnen“), erklärte Vorstand Alexander Weiß. „Das Italien-Thema ist mehr als bewältigt.“
Die Kernkapitalquote der Hypo liege zurzeit bei 14,5 Prozent – seit dem Jahr 2012 habe man sich dahingehend um 5 Prozent verbessert und liege jetzt im oberen Banken-Mittelfeld Österreichs.
„Die Hypo Tirol hat sich stabilisiert und kann wieder langsam wachsen. Regionalität ist wieder in“, meinte Stauder. Durch solide Arbeit sei es gelungen, wieder am Kapitalmarkt Fuß zu fassen. Man könne sich dort wieder „ohne Landeshaftung“ gut refinanzieren, so der Aufsichtsratsvorsitzende. Mit der erfolgreichen Platzierung eines 250 Mio. Euro schweren Hypothekar-Pfandbriefes (die Nachfrage war doppelt so groß) am internationalen Kapitalmarkt sei ein Meilenstein in der Liquiditätssicherung gelungen. „Die Landeshaftung ist überstanden. Das ist de facto von ursprünglich über 11 Mrd. Euro wieder auf null gestellt.“ Dass es der Hypo wieder gut gehe, zeigten auch die von Standard & Poor’s auf BBB+ und von Moody’s auf Baa2 erhöhten Ratings – jeweils mit positivem Ausblick, so Vorstand Johannes Haid.
Stauder kündigte eine Dividende in Höhe von 5 Mio. Euro an das Land Tirol an (im Vorjahr waren noch 10 Mio. Euro geflossen). Für das heurige Jahr rechnet die Hypo-Spitze mit einem erhöhten operativen Ergebnis zwischen 25 und 30 Mio. Euro.
Die Hypo soll jedenfalls auch in Zukunft in Landesbesitz bleiben. Ein Verkauf der Bank sei nicht notwendig, „das wäre auch volkswirtschaftlich völlig falsch und ein schwerer politischer Fehler“, betonte Stauder. „Wir haben die Bank ja nicht aufgemöbelt, damit wir sie dann verscherbeln.“ Gerade in Zeiten, in denen es auch in Tirol immer weniger selbstständige Bankinstitute gebe, sei es sehr wichtig, dass die Entscheidungen im Land getroffen werden. (va)
Kommentare