Syrien: Tusk ruft Russland und Iran zur Beendigung der Spielchen auf

Straßburg/Moskau (APA) - EU-Ratspräsident Donald Tusk hat Russland und den Iran zur „Beendigung der Spielchen“ rund um die Lage in Syrien au...

Straßburg/Moskau (APA) - EU-Ratspräsident Donald Tusk hat Russland und den Iran zur „Beendigung der Spielchen“ rund um die Lage in Syrien aufgerufen. Bei der Debatte über den letzten EU-Gipfel im Europaparlament am Mittwoch verteidigte Tusk die Intervention von Großbritannien, Frankreich und den USA. Damit werde der weitere Einsatz von C-Waffen durch das syrische Regime verhindert, das seine eigenen Bürger „abschlachtet“.

EVP-Fraktionschef Manfred Weber kritisierte generell die Einflussnahme Russlands in Europa. Er sprach sich dafür aus, eine „Gesamtbilanz“ zu ziehen, wo überall russische Einflussnahme stattgefunden habe. „Um das Problem zu lösen, müssen die Aktivitäten Russlands auf europäischem Territorium gesammelt“ werden.

Weber nannte dabei „Fake News“ durch russische Propaganda, den Giftanschlag in London und auch eine Einflussnahme Moskaus im Katalonien-Konflikt oder die Unterstützung der Rassemblement National (vormals Front National) in Frankreich. Es wäre ein „spannender Auftrag“, hier eine Gesamtbilanz zu erstellen. „Um das Problem zu lösen, muss man es identifizieren. Russlands aggressives Verhalten hat Europa herausgefordert“.

Bei der Parlamentsdebatte über die Ergebnisse des jüngsten EU-Gipfels von Ende März verwies Tusk auf die Notwendigkeit der Lösung der Bankenunion und der Weiterentwicklung des ESM. Zum Brexit merkte er an, die Briten müssten sich um eine Lösung für die Irland-Nordirland-Grenze bemühen. Ohne eine solche Lösung gebe es keine Austrittsvereinbarung und auch keine Übergangszeit.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker betonte ebenso wie Tusk in Bezug auf den Handelsstreit mit den USA, notwendig sei eine „Dauerausnahmebestimmung“ bei den Zöllen für die Europäische Union. Andernfalls müsse die EU reagieren.

Weber unterstrich die Bedeutung der Euro-Reform. Nun sei nicht Zeit für nationale Positionen, sondern für Kompromisse und ein Aufeinander-Zugehen. Die „große Botschaft“ sei, dass ein Europäischer Währungsfonds unabhängig vom Internationalen Währungsfonds geschaffen werde. „Ich möchte bei künftigen Krisen nicht abhängig sein von US-Präsident Donald Trump, um das zuzuspitzen. Das Problem müssen wir selber lösen.“

~ WEB http://www.europarl.europa.eu/portal/de ~ APA079 2018-04-18/09:18