Tausende Israelis und Palästinenser gedachten gemeinsam ihrer Toten

Tel Aviv (APA/dpa) - Tausende Israelis und rund 100 Palästinenser haben am Dienstagabend gemeinsam ihrer Angehörigen gedacht, die im Konflik...

Tel Aviv (APA/dpa) - Tausende Israelis und rund 100 Palästinenser haben am Dienstagabend gemeinsam ihrer Angehörigen gedacht, die im Konflikt beider Völker ums Leben gekommen sind. Israelische Medien berichteten am Mittwoch, an der alternativen Gedenkzeremonie in Tel Aviv hätten rund 8.000 Menschen teilgenommen.

Der israelische Schriftsteller David Grossman, der im Libanon-Krieg seinen Sohn Uri verloren hatte, rief zu einer Friedenslösung auf. Dutzende rechtsextreme Israelis demonstrierten am Rande der Zeremonie, die in Israel heftige Kritik ausgelöst hatte.

„Sogar Langzeitfeinde wie Israelis und Palästinenser können sich gerade in ihrer Trauer verbinden“, sagte Grossman. „Den Weg zur Lösung des höchstkomplizierten Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern kann man mit einer kurzen Formel zusammenfassen: Wenn die Palästinenser keine Heimat haben, werden die Israelis auch keine Heimat haben.“

Grossman kritisierte die Entscheidung des Verteidigungsministers Avigdor Lieberman, den rund 100 palästinensischen Teilnehmern die Einreise nach Israel zu verbieten. Lieberman hatte erklärt, die gemeinsame Zeremonie am israelischen Soldaten-Gedenktag sei „geschmacklos“ und verletze die Angehörigen gefallener Soldaten. Das Höchste Gericht hatte jedoch entschieden, dass die Palästinenser einreisen dürfen. Lieberman kritisierte, das Gericht habe damit „Opfer und Mörder auf eine Stufe gestellt“.

Am Mittwochvormittag heulten landesweit zwei Minuten lang die Sirenen im Gedenken an mehr als 23.600 Kriegsopfer und über 4.000 Terroropfer.