Deutscher Einzelhandel fürchtet Dominanz von Amazon
Düsseldorf (APA/Reuters) - Der deutsche Einzelhandelsverband HDE sieht die starken Marktpositionen von US-Internetriesen im florierenden Onl...
Düsseldorf (APA/Reuters) - Der deutsche Einzelhandelsverband HDE sieht die starken Marktpositionen von US-Internetriesen im florierenden Online-Handel kritisch. Amazon habe etwa eine starke Dominanz am Markt erreicht, die mit den Regeln des Wettbewerbsrechts nicht angreifbar sei, sagte HDE-Chef Stefan Genth am Mittwoch in Düsseldorf.
Aufseher und Politik müssten die Entwicklung im Auge behalten. Sie müssten Online-Plattformen etwa bei Umsatzsteuerzahlungen in die Pflicht nehmen. Kleinere Händler dürften zugleich nicht mit neuen Regularien geschwächt werden. Auch könne sich der HDE einen neuen Tarifvertrag für die Branche vorstellen, der auch Online-Händler umfasse.
„Sie sind faktisch Einzelhändler“, sagte Genth mit Blick auf die Online-Händler. Die Gewerkschaft Verdi liegt bereits seit Jahren mit Amazon über einen Tarifvertrag im Clinch. Strittig ist unter anderem, ob für die Internet-Händler Tarife des Einzelhandels oder der Logistik-Branche gelten sollen - diese liegen unter denen des Handels.
Insgesamt wünsche sich der HDE einen „atmenden Tarifvertrag“, der dann auch Sanierungsfälle umfassen solle, sagte Genth. Diese dürften nicht länger aus den Tarifstrukturen gedrängt werden. Die Metro-Tochter Real hatte erst im März angekündigt, abseits des Arbeitgeberverbands HDE eine Tarifpartnerschaft mit einer Klein-Gewerkschaft schmieden zu wollen. Metro drängt bei der Supermarktkette auf „wettbewerbsfähige Personalkosten“, um die Sanierung voranzutreiben.
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