Gewerkschaft warnt: 30.000 Jobs wegen Einsparungen bei Bahn in Gefahr

Wien (APA) - Die Gewerkschaft vida hat im Zuge der Budgetdebatte im Parlament, in der es heute unter anderem ums Verkehrsbudget gegangen ist...

Wien (APA) - Die Gewerkschaft vida hat im Zuge der Budgetdebatte im Parlament, in der es heute unter anderem ums Verkehrsbudget gegangen ist, ihre Kritik an den Regierungsplänen rund um Eisenbahninvestitionen bekräftigt. Vida-Chef Roman Hebenstreit fürchtet gar „ein Minus von 30.000 Arbeitsplätzen bei den Bahnen und bahnnahen Zulieferbetrieben wie in der Bauwirtschaft“.

Die Regierung spart bekanntlich verglichen zum bisherigen ÖBB-Rahmenplan 2 Mrd. Euro ein. 13,9 Mrd. Euro an Investitionen von 2018 bis 2023 bedeuteten trotzdem einen Rekord, wurde Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) nicht müde zu betonen und bekräftigte dies auch heute im Nationalrat. Im Schnitt werden bis 2023 jährlich 2,3 Mrd. Euro in Bahnprojekte investiert.

„Angesichts der hohen Nachfrage der Bahnkundinnen und Pendler nach Eisenbahndienstleistungen sowie ständig steigender Rekorderfolgszahlen der heimischen Bahnen kann man hier nur von einem nicht durchdachten Regierungsschnellschuss, der nach hinten losgeht, sprechen“, kritisiert Hebenstreit. „Investitionsprojekte in allen neun Bundesländern werden wegen eines angepeilten Nulldefizits, das die Bundesregierung höchstwahrscheinlich auch allein aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklungen erreichen wird, auf die lange Bank geschoben.“

Die Gewerkschaft habe sich deswegen in Schreiben an alle neun Landeshauptleute um Unterstützung für den Bahnausbau gewandt. Sie sollen „wachgerüttelt werden“, damit die Menschen in den Regionen in den kommenden Jahren nicht wieder länger oder vergebens auf ihren Zug warten müssen. „Einige Landeshauptleute dürften bezüglich der Streichungen im Bahnausbau aber im Dornröschenschlaf verharren, da ihre Antworten noch ausständig sind“, kritisiert Hebenstreit. Es könne nicht sein, „dass manche Landeshauptleute das rasant gestiegene Versorgungsbedürfnis der Menschen mit öffentlichem Verkehr kalt lässt“.

Bahnangebote würden dazu führen, dass die Menschen auf die Bahn umsteigen. Zudem werde die Umwelt entlastet und die Staus in Ballungsräumen würden kürzer. Die Abwanderung von Bewohnern und ansässigen Betrieben würde gebremst, so der vida-Vorsitzende.

Auch die SPÖ kritisierte die Einsparungen heute im Nationalrat. Verteidigt wurden die Vorhaben naturgemäß von den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ.

~ WEB http://www.oebb.at/ ~ APA338 2018-04-18/14:07