Asbest-Prozess in Italien - De Benedetti nach Berufung freigesprochen

Rom (APA) - Der italienische Großindustrielle und Verleger Carlo De Benedetti und sein Bruder Franco sind am Mittwoch von einem Berufungsger...

Rom (APA) - Der italienische Großindustrielle und Verleger Carlo De Benedetti und sein Bruder Franco sind am Mittwoch von einem Berufungsgericht in Turin vom Vorwurf der fahrlässiger Tötung in Zusammenhang mit Asbesterkrankungen freigesprochen worden. In erster Instanz waren sie im Jahr 2016 zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Die Angeklagten mussten sich wegen des angeblich durch Asbest hervorgerufenen Todes mehrerer Arbeiter in Olivetti-Werken verantworten. De Benedetti, Eigentümer der Tageszeitung „La Repubblica“, war mehrere Jahre lang Olivetti-Chef.

Beim Prozess ging es um den Tod von rund 20 Olivetti-Arbeitnehmern, die nach ihrer Pensionierung in den Jahren 2008 bis 2013 erkrankt waren. Sie hatten von den 1970er- bis in die 1990er-Jahre über längere Zeit Kontakt mit Asbest. Die Betroffenen litten an Lungen-Mesotheliomen, einer Form von Krebs, die fast immer durch Asbestbelastung verursacht wird. Laut den ermittelnden Staatsanwälten wussten die Angeklagten über die Gesundheitsrisiken Bescheid, denen die Arbeitnehmer ausgeliefert waren. Sie hätten daher Vorkehrungen treffen müssen.