Tirol Alpenvolleys Haching verpassten Finale
Die erste Saison der Hypo Tirol Alpenvolleys in der deutschen Volleyball-Bundesliga ist vorbei: Der VfB Friedrichshafen stellte klar, wer in Deutschland das Sagen hat, und siegte im zweiten Halbfinalspiel mit 3:0.
Von Sabine Hochschwarzer
Innsbruck — Die Überraschung blieb aus. Die Hypo Tirol Alpenvolleys hätten am Fuße der Nordkette schon über sich hinauswachsen müssen, um Friedrichshafen ins Wanken zu bringen. Am Ende blieb es in den Halbfinalspielen der deutschen Volleyball-Bundesliga bei einem Satzgewinn gegen den 13-fachen deutschen Meister — im ersten Spiel am Sonntag.
Im zweiten Halbfinalspiel am Mittwoch in der Innsbrucker Olympiahalle nützte selbst der Heimvorteil vor rund 1200 Zuschauern den Tirolern aus Unterhaching nichts. Die „Häfler" vom Bodensee stellten sofort klar, dass sie auch in den Bergen zu punkten wissen. Im ersten Duell am Sonntag hatten sie sich noch überraschen lassen — mit dem enttäuschenden Aus in der Champions League im Rücken. So eine Chance gab es gestern in Tirol nicht mehr. Tapfer hielten die Stefan-Chrtiansky-Männer bis zur Hälfte des ersten Satzes mit, kämpften sich immer wieder ran. Doch dann zog der VfB routiniert davon und stellte zum 25:20.
Zu viele Eigenfehler, zu viel Druck — zu starker Block, zu gute Verteidigung auf der anderen Seite des Netzes. Auch im zweiten Satz nützte Friedrichshafen bereits den ersten Satzball und siegte erneut mit 25:20. Hypo-Kapitän Douglas Duarte da Silva und Co. versuchten dagegenzuhalten, am Ende genügte es nicht. Der dritte Satz war dann mit 25:15 die klarste Angelegenheit — nicht zuletzt weil Hypo-Trainer Chrtiansky zum Satzschluss wechselte —, auch Sohn Stefan lief gestern zum letzten Mal auf.
Friedrichshafen war zum Gipfelstürmer mutiert und ließ keine Zweifel daran, dass zwei Jahre ohne deutschen Meistertitel lange genug sind. „Wir haben vermutlich gegen den deutschen Meister verloren. Das ist keine Schande", sprach Manager Hannes Kronthaler von knappen Aussichten auf einen Erfolg gegen den heuer in der Bundesliga ungeschlagenen Titelanwärter.
Die Enttäuschung über das zweite verlorene Halbfinale hielt sich auf Tiroler Seite also in Grenzen. Die Spieler lagen sich friedlich in den Armen. „Es ist eine gewonnene Bronzemedaille. Und langsam merken wir alle, dass wir nach der langen Saison müde sind", atmete Trainer Chrtiansky lächelnd durch.
Die Premiere in der deutschen Bundesliga sei geglückt, analysierte Manager Kronthaler. „Wir wollen zu den Top drei gehören — hinter Friedrichshafen und Berlin", machte er schon gestern Ziele für die kommende Saison klar. Und selbst Friedrichshafen-Trainer Vital Heynen lobte den Einstieg von Hypo: „Ich bin dafür, wenn solche guten Teams zur Liga kommen, und nächstes Jahr wird es sicher leichter für Tirol, gute Spieler zu bekommen. Ich hoffe, nicht zu leicht."
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