Trump boykottiert erneut Korrespondenten-Dinner im Weißen Haus

Washington (APA/AFP) - US-Präsident Donald Trump wird an einer Kundgebung in Michigan teilnehmen, anstatt beim traditionellen Korrespondente...

Washington (APA/AFP) - US-Präsident Donald Trump wird an einer Kundgebung in Michigan teilnehmen, anstatt beim traditionellen Korrespondenten-Dinner im Weißen Haus dabei zu sein. Das gab der Chef seines Wahlkampf-Teams, Michael Glassner, bekannt. Damit bleibt Trump dem prestigeträchtigen Dinner der aus dem Weißen Haus berichtenden Korrespondenten zum zweiten Mal in Folge fern.

Trumps Kundgebung findet am 28. April in der Kleinstadt Washington im US-Staat Michigan statt. Es sei eine bewusste Entscheidung, den Auftritt Trumps in der 25.000 Einwohner-Stadt im Umland der Autostadt Detroit stattfinden zu lassen statt in der Hauptstadt Washington, sagte Glassner.

„Während sich die Fake-News-Medien (...) im Sumpf der Washingtoner Gesellschaft an dem Abend selber feiern, wird sich Präsident Trump in einem völlig anderen Washington aufhalten, um unseren wirtschaftlichen Aufschwung mit patriotischen Amerikanern zu feiern“, erklärte Glassner.

Trumps ohnehin harscher Ton gegenüber großen Teilen der US-Leitmedien wie CNN, „New York Times“ und „Washington Post“ hatte sich in den vergangenen Wochen weiter verschärft. Der Republikaner hatte den Präsidenten von CNN, Jeff Zucker, und dem Amazon-Gründer und Eigentümer der „Washington Post“, Jeff Bezos, direkt angegriffen. Trump wirft den Medienhäusern regelmäßig Befangenheit vor. Seit seinem Einzug in das Weiße Haus spricht er deshalb lieber mit Medien, die im wohl gesonnen sind, wie dem Fernsehsender Fox News.

Anfang des Monats hatte die Vorsitzende der Vereinigung der Korrespondenten im Weißen Haus, Margaret Talev, erklärt, dass bei dem Korrespondenten-Dinner der US-Verfassungsartikel zelebriert werde, der die Redefreiheit schützt - darunter fällt auch die Pressefreiheit. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, werde dabei sein. Nach Angaben des Weißen Hauses wollte der Präsident zudem andere Mitglieder seiner Regierung zur Teilnahme „aktiv ermuntern“.