Triebwerkschaden - Experte: Naher Flughafen verhinderte Schlimmeres
Philadelphia/Wien (APA) - Bei einem Flug von New York nach Dallas zerschlägt ein Teil des Triebwerks kurz nach dem Start ein Fenster. Eine F...
Philadelphia/Wien (APA) - Bei einem Flug von New York nach Dallas zerschlägt ein Teil des Triebwerks kurz nach dem Start ein Fenster. Eine Frau wird von Trümmern getroffen, fast aus dem Flugzeug gezogen und stirbt später. Die Pilotin muss schnellstmöglich notlanden. „Es kommen enorme Kräfte in der Kabine auf. Das ist sicher nicht angenehm“, sagte Experte Kurt Hofmann, der diverse Fluglinien und Flugzeughersteller berät.
Auf einem Transatlantikflug hätte es aber noch schlimmer ausgehen können. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man das Fenster in irgendeiner Weise verschließen kann“, sagte Hofmann im Gespräch mit der APA. Somit hätte nur noch gehofft werden können, dass ein Flughafen in der Nähe ist. Mit nur einem funktionierenden Triebwerk sei es zudem deutlich schwerer, das Flugzeug zu steuern. Einen Sinkflug braucht es aber in jedem Fall: „Das Flugzeug muss wieder in eine Höhe kommen, wo es wieder normal Luft zum Atmen gibt“, erläuterte der österreichische Experte.
Fällt ein Triebwerk aus, gibt es eine bestimmte Zeitspanne, während der ein Ausweichflughafen erreicht werden muss. „Das ist vorgeschrieben“, sagte Hofmann. Beim Flug 1380 war Philadelphia nur wenige Flugminuten entfernt, so dass schon 20 Minuten nach Auftreten des Lecks gelandet werden konnte.
Dass sich ein solcher Vorfall schon bald wiederholen wird, glaubt der Experte nicht. „Das Triebwerk dieser Serie gibt es seit 1997, es ist eines der zuverlässigsten in der Branche. Diese Triebwerke haben bisher 350 Millionen Flugstunden absolviert. Das ist beachtlich.“ Die Flugzeugbranche sei deshalb überrascht, da es einen solchen Vorfall schon lange nicht mehr gegeben hätte, bei dem Passagiere durch abfallende Teile getroffen werden. Er glaubt auch, dass die Airline bei den Ermittlungen gut kooperieren wird. „Die Southwest Airlines haben die wahrscheinlich weltgrößte Flotte an Boeing 737-700“, sagte Hofmann.
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