Friedenspfeife im Eiskanal
Dialog im Skeleton-Lager macht Hoffnung, Eiskanal-Ehe findet vorerst nicht statt.
Von Florian Madl
Innsbruck –Zunächst sollen ordentlich die Fetzen geflogen sein. Skeletonpilotin Janine Flock und Matthias Guggenberger, ihr Partner und Branchenkollege, hatten den Vertretern des Österreichischen Bob- und Skeletonverbands einiges zu sagen, umgekehrt war es genauso. Der anberaumte Termin am Dienstagabend im Beisein eines Anwalts dauerte schließlich drei Stunden, in denen auf das Gewitter auch etwas Sonnenlicht folgte. Es wurden Missverständnisse ausgeräumt, hieß es im Anschluss. Zugrunde liegen dem Konflikt die Vorkommnisse der vergangenen Olympia-Saison, die aus Sicht der Sportler mangelnde finanzielle Unterstützung und öffentliche Kritik von beiden Seiten.
Doch Flock, die Vierte von Pyeongchang, will trotz Spekulationen über ein Karriereende weiterfahren. Mit derzeit 28 Jahren kommen die Winterspiele 2022 jedenfalls in Frage, auch Guggenberger (33) will weiterhin aktiv bleiben.
Die Annäherung erfolgt durchaus im Bewusstsein, dass die geplante Schlittenverbands-Fusion mit den Rodlern in der kommenden Saison 2018/19 nicht zustande kommen wird. Einerseits erfolgte auf Initiative des Sportministeriums eine Finanzprüfung im Bob-Lager, um den Zahlen des vorherigen Vorstands auf den Grund zu gehen. Noch lastet negatives Eigenkapital auf dem Verband. Andererseits verhindert die derzeit ungeklärte Situation des Rodelverbands die Eiskanal-Ehe:
Bei der Bob-Pressekonferenz hieß es, Michael Bielowski stünde für keine weitere Funktionsperiode als Rodel-Präsident zur Verfügung. Derzeit scheint es mehr als nur ein Gedankenspiel, dass künftig der frühere Medaillensammler und jetzige Sportdirektor Markus Prock die Agenden Bielowskis übernimmt. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen.
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